Flakpanzer
Im Frankreichfeldzug zeigte sich, daß die motorisierte Flak auf den Sd.Kfz. unzureichend gepanzert war. Das Heereswaffenamt entschied daher 1941, einen gepanzerten Flak-Träger zu schaffen. Da es sich um eine dringliche Beschaffung handelte, wurde auf eine Neukonstruktion verzichtet. Vielmehr wurden bereits vorhandene und nicht mehr benötigte Fahrzeuge umgebaut. Dafür wurde das Fahrgestell des Panzer 1 Ausf. A als Träger ausgewählt, da es das einzige Fahrgestell war, das in ausreichender Anzahl zur Verfügung stand. Insgesamt wurden 24 Panzer 1 Ausführung A zu Flakpanzern umgebaut. Beim Umbau wurde ein Teil des Frontaufbaus und das komplette Motordeck entfernt. Um eine günstige Schwerpunktlage für die Flak zu erreichen wurde die Frontpanzerung des Aufbaus um etwa 18 cm nach vorne verschoben. Die seitlichen Klappen bestanden aus einfachem Blech und boten somit keinen wirklichen Schutz, vielmehr konnten diese zur Vergrößerung der Standfläche heruntergeklappt werden. Ausgerüstet waren die Panzer mit der 2-cm Flak 38. Alle 24 Fahrzeuge wurden dem Fla-Bataillon 614 zugeführt.
Erst im Oktober 1943 kam es zu weiteren Flak-Panzer-Umbauten, als Hitler den Umbau von 150 Panzern 38(t) zu Flakpanzern genehmigte. Diese Selbstfahrlafetten mit einer 2-cm-Flak 38 waren 4610 mm lang, 2150 mm breit und 2250 mm hoch. Die vierköpfige Besatzung führte insgesamt 1080 Schuß Munition mit sich.
Bald zeigte sich jedoch, daß die Feuerkraft dieser Fahrzeuge nicht ausreichend war. Deshalb wurden nun 2-cm Flakvierlinge 38 auf das Fahrgestell des Panzers 4 montiert. Die 25t schweren Fahrzeuge hatten eine Besatzung von fünf Mann und wurden ihrer Höhe wegen ( 3420mm) Möbelwagen genannt. Von diesen Fahrzeugen wurden nur einige Muster gebaut.
Die nächste Variante war die Montage der 3,7-cm-Flak 43 auf das Fahrgestell des Panzer 4. Diese Fahrzeuge waren 5290 mm lang, 2950 mm breit und 2720 mm hoch. Die siebenköpfige Besatzung führte insgesamt 416 Schuß Munition mit sich. Diese Fahrzeuge trugen seitliche Panzerbleche in 20 mm Stärke, die beim Feuern seitlich abgeklappt wurden.
Als weiteres Projekt wurde nun eine 3-cm MK 103/38 in Zwillingsmontage auf das Fahrgestell des Panzer 4 montiert. Diese Fahrzeuge, Kugelblitz genannt, waren 25t schwer, 5290 mm lang und 2300 mm hoch. Die fünfköpfige Besatzung führte 1200 Schuß für das Flakgeschütz und zusätzlich noch 900 Schuß für das mitgeführte MG mit. Es wurde nur ein Muster gebaut.
Als Sofortlösung wurden nun ein 2-cm Flakvierling 38 auf das Fahrgestell eines Panzer 4 montiert und mit einer Panzerung versehen. Die Wirbelwind genannten Fahrzeuge waren 22t schwer und 2760 mm hoch. Die fünfköpfige Besatzung führte 3200 Schuß für die Flak und 1350 Schuß für das MG 34 mit.
Als weitere Lösung wurde eine 3,7-cm Flak 43 auf das Fahrgestell des Panzer 4 montiert und ebenfalls mit einer Panzerung versehen. Das Ostwind genannte Fahrzeug hatte eine Besatzung von 5 Mann, die 1080 Schuß Munition mitführten.
Von den folgenden Flakpanzern gab es lediglich Muster: Ostwind II mit einem 3,7-cm Flakzwilling. Zerstörer 45 mit der 3-cmMK 103/38 in Vierlingsmontage. Fahrgestell des Jagdpanzers 38 t, auf den ein Kugelblitz-Turm mit zwei 3-cm MK 103/38 und zwei 2-cm MG 151/20 montiert werden sollte.
Produktion der Flakpanzer auf der Basis vom Fahrgestell des Panzer 4 bis zum Mai 1945:
| 1944 | 1945 | |
| "Möbelwagen" mit 3,7-cm Flak 43 | 205 | 35 |
| "Wirbelwind" mit 2-cm Flakvierling | 100 | 6 |
| "Ostwind" mit 3,7-cm Flak 43 | 15 | 28 |
| "Kugelblitz" mit 3-cm MK 103/38 Zwilling | - | 5 |