Ulich, Max
| * 25. März 1896, Schönefeld bei Berlin † 27. Mai 1964, Pullach bei München |
Max Ulich trat bei Beginn des 1.Weltkrieges am 2. August 1914 als Kriegsfreiwilliger in die Königlich Preußische Armee ein. Später schlug er dann die Offizierslaufbahn ein. Der Pfarrersohn kam dabei zum 4. Brandenburgisches Infanterie-Regiment "Großherzog Friedrich Franz II von Mecklenburg-Schwerin" Nr. 24. Bei diesem wurde er am 2. Juni 1915 zum Leutnant ohne Patent befördert. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben den Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen auch noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er dann nach einer gewissen Zeit als Adjutant beim Freikorps von Oven als Leutnant in das Reichsheer übernommen. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. September 1915 festgelegt. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er dann zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 6. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment übernommen. Bei diesem wurde er dann die ersten Jahre bei einem Bataillonsstab, vermutlich als Adjutant, eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann als Kompanieoffizier bei der 1. Kompanie vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Stettin eingesetzt. 1924/25 wurde er dann in die 16. Kompanie vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Greifswald versetzt. Ende Juli 1925 wurde er dann zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 festgelegt. 1925/26 wurde er dann in den Stab der 2. Division der Reichswehr nach Stettin versetzt. Dort absolvierte er vermutlich das erste Jahr seiner Führergehilfenausbildung. Im Frühjahr 1927 gehörte er dann zur 11. Kompanie vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Rostock. Im Frühjahr 1928 gehörte er dann zur 12. (MG.) Kompanie vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment ebenfalls in Rostock. Im Frühjahr 1929 gehörte er dann zur 16. Kompanie vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Greifswald. Im Frühjahr 1930 gehörte er dann zur 8. (MG.) Kompanie vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Rostock. Am 1. November 1930 wurde er dann zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er dann auch zum Chef der 14. Kompanie vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Greifswald ernannt. In dieser Funktion wurde er dann noch die nächsten Jahre eingesetzt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 als Lehrer an die Infanterieschule Döberitz versetzt. Ab dem 1. Oktober 1935 wurde er dann als Lehrer an der Kriegsschule Potsdam eingesetzt. Dort wurde er am 1. Dezember 1935 zum Major befördert. Ab dem 1. Januar 1937 wurde er dann als Major beim Oberkommando des Heeres eingesetzt. Er wurde dabei beim Stab der Inspektion der Infanterie (In 2) verwendet. Dort wurde er am 1. Januar 1939 auch zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er am 1. Mai 1935 zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment (mot.) 15 ernannt. Auch nach der Mobilmachung zum 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde weiter als solcher eingesetzt. Er führte sein Bataillon dann bei Beginn des Krieges im Rahmen der 29. Infanterie-Division (mot.) in den Polenfeldzug. Im Frühjahr 1940 führte er sein Bataillon dann in den Westfeldzug. Danach trug er dann bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Im Frühjahr 1941 gab er sein Kommando noch vor Beginn des Ostfeldzuges ab. Er wurde dafür dann am 1. Mai 1941 zum Lehrgruppen-Kommandeur an der Infanterieschule ernannt. Am 20. September 1941 wurde er dann zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment (mot.) 15 ernannt. Mit diesem Regiment wurde er dann im Mittelabschnitt der Ostfront eingesetzt. Als solcher wurde er zum 1. Dezember 1941 zum Oberst befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Dezember 1940 festgelegt. Am 8. Juni 1942 wurde ihm als Regimentskommandeur das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Danach führte er das Regiment dann beim Angriff in Richtung Stalingrad. Später gab er sein Kommando ab und wurde daraufhin anscheinend in die Führerreserve versetzt. Auch bei der Neuaufstellung seines Regiments nach der Vernichtung vom Infanterie-Regiment 15 in Stalingrad als Grenadier-Regiment (mot.) 15 wurde er wieder zu dessen Kommandeur ernannt. Er wurde dann im Rahmen der neuen 29. Infanterie-Division (mot.) eingesetzt. Nach der Umbenennung der Division führte er sein Regiment dann unter der 29. Panzer-Grenadier-Division ab dem Sommer 1943 in Italien. Am 1. November 1943 gab er sein Kommando über das Grenadier-Regiment 15 wegen Krankheit ab. Er wurde daraufhin nach seiner Genesung in die Führerreserve versetzt. Am 2. November 1943 wurde ihm für die Führung des Regiments noch nachträglich das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 1. April 1944 wurde er dann zum Chef des Generalstabes vom Stellvertretendes Generalkommando VII. Armeekorps in München ernannt. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er kurzzeitig als Mitverschwörer verhaftet, aber bald darauf wieder freigelassen. Als solcher wurde er zum 1. Dezember 1944 zum Generalmajor befördert. Am 31. März 1945 wurde er dann abgelöst. Dafür wurde er am 1. April 1945 zum Kommandeur der 212. Volks-Grenadier-Division ernannt. Ende April 1945 wurde er dann mit der Verteidigung von Dachau beauftragt. Er sollte auf Befehl vom Kommandierenden General vom XIII. SS-Armeekorps, SS-Gruppenführer Max Simon, nördlich der Stadt Verteidigungsstellung beziehen, sich die dort liegenden Einheiten der Waffen-SS unterstellen und das Konzentrationslager Dachau gegen die andrängenden Amerikaner verteidigen sollen. Der als Gegner des Regimes Verdächtige "wollte das lieber den SS-Offizieren aus dem Lager überlassen" und zog stattdessen mit seiner Division ab. Daraufhin wurde er durch den Korpskommandeur gerügt und vom Oberbefehlshaber der 1. Armee, General der Infanterie Hermann Foertsch, wurde sogar ein Kriegsgerichtsverfahren gegen ihn eingeleitet. Durch eine rechtzeitige Einweisung ins Lazarett unter Abgabe seines Kommando über die 212. Volks-Grenadier-Division kam es dann zu keiner Verhandlung mehr. Er war mit Annemarie Jahn verheiratet.
Ritterkreuz (2. November 1943)