Schirmer, Hans
| * 2. Februar 1888, Stettin † 4. November 1955, Soest |
Hans Schirmer trat am 11. Januar 1908 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Dabei kam der Sohn eines Eisenbahndirektors zum 4. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 72. Bei diesem wurde er am 18. Oktober 1908 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er dann am 19. Juni 1909 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den gleichen Tag datiert. Als solcher wurde er dann als Kompanieoffizier im 4. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 72 eingesetzt. Auch kurz vor dem 1. Weltkrieg gehörte er im Sommer 1914 noch zum 4. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 72. Bei der Mobilmachung wurde er dann Anfang August zum Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 72 versetzt. Bei diesem wurde er dann später auch als Regimentsadjutant eingesetzt. Am 18. Juni 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 18. Mai 1918 wurde er dann zum Hauptmann befördert. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Am 1. Oktober 1919 wurde er als Hauptmann mit seinem alten Rangdienstalter in das Reichsheer übernommen. Er wurde an diesem Tag dem Reichswehr-Infanterie-Regiment 32 zugeteilt. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er dort verwendet. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 12. Infanterie-Regiment übernommen. Bei diesem wurde er jetzt als Chef der 8. (MG.) Kompanie in Quedlinburg eingesetzt. Diese Funktion übte er mehrere Jahre beim 12. Infanterie-Regiment aus. Am 1. Oktober 1927 wurde er dann als Adjutant zur Kommandantur vom Truppenübungsplatz Altengrabow versetzt. Auch in dieser Funktion wurde er erneut mehrere Jahre eingesetzt. Am 1. April 1931 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Major in den Stab des III. (Preuß.) Bataillons vom 12. Infanterie-Regiment nach Magdeburg versetzt. Bei diesem erhielt er dann seine Einweisung als Bataillonskommandeur. Am 1. April 1934 wurde er dann auch zum Kommandeur III. (Preuß.) Bataillons vom 12. Infanterie-Regiment in Magdeburg ernannt. Als solcher wurde er zum 1. Juli 1934 zum Oberstleutnant befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment Glogau in Freystadt ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er am 15. Oktober 1935 durch die Umbenennung seines Bataillons zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment 54 ernannt. Er blieb dabei weiterhin in Freystadt stationiert. Dabei wurde er zum 1. Januar 1937 zum Oberst befördert. Am 12. Oktober 1937 gab er sein Kommando über das III. Bataillons vom Infanterie-Regiment 54 ab. Dafür wurde er dann am gleichen Tag als Nachfolger von Oberst Friedrich-Wilhelm Loeper zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 64 in Soest ernannt. Dieses Kommando behielt er dann zumindest bis zum Frühjahr 1939. Auch zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde er im Sommer 1939 angeblich noch beim Infanterie-Regiment 64 eingesetzt. Anfang Februar 1940 wurde er dann zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 503 ernannt. Im späten Frühjahr 1940 führte er sein Regiment dann im Verband der 290. Infanterie-Division im Westfeldzug. Am 10. Dezember 1940 wurde er dann durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur vom neuen Infanterie-Regiment 254 im Raum Lüneburg ernannt. Zuerst betrieb er jetzt dort die Ausbildung für sein Regiment im Verband der 110. Infanterie-Division. Zum 1. Januar 1941 wurde er zum Generalmajor befördert. Ende Januar 1941 gab er dann sein Kommando ab. Er wurde dafür am 1. Februar 1941 zum neuen General z.b.V. IV ernannt. Damit war er jetzt beim Generalstab des Heeres für die Überwachung des Wehrmacht-Reiseverkehrs und die Betreuungsdienste zuständig. Diese Funktion übte er dann mehrere Jahre aus. Zum 1. Januar 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 1. Oktober 1943 wurde er durch General der Infanterie Friedrich Siebert abgelöst und daraufhin in die Führerreserve versetzt. Vom 15. März 1944 bis zum 20. April 1944 wurde er zum 10. Divisionsführerlehrgang nach Hirschberg kommandiert. Am 18. April 1944 wurde ihm für seine vorherige Tätigkeit das Deutsches Kreuz in Silber verliehen. Ab dem 1. Mai 1944 erhielt er dann ein Frontkommando im Osten. Vom 14. Juni 1944 bis zum Juli 1944 wurde er mit der Führung der 292. Infanterie-Division beauftragt. Am 1. August 1944 wurde er dann zum Kommandeur der 23. Infanterie-Division ernannt. Diese stand im Raum Modohn in Lettland im Nordabschnitt der Ostfront in schweren Kämpfen. Im Winter 1944/45 wurde seine Division aus den Resten fast noch einmal komplett neu aufgestellt. Er führte die Division bis zur Kapitulation der deutschen Wehrmacht Anfang Mai 1945. Dann geriet er in sowjetische Gefangenschaft, die er die nächsten Jahre in verschiedenen Lagern verbrachte. Erst am 8. Oktober 1955 wurde er aus der Gefangenschaft wieder entlassen. Er war mit Hertha, geborene Oberländer, verheiratet. Nur wenige Wochen nach seiner Rückkehr ist er in Soest verstorben.