von Rabenau, Dr. phil. h.c. Friedrich
| * 10. Oktober 1884, Berlin † 12. April 1945, Konzentrationslager Flossenbürg |
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Friedrich von Rabenau trat im Frühjahr 1903 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Feldartillerie-Regiment „Hochmeister“ Nr. 72 nach Marienwerder. In diesem wurde er am 18. August 1904 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde auf den 19. August 1903 datiert. Am 1. Oktober 1911 wurde er dann für fast drei Jahre zur Kriegsakademie nach Berlin kommandiert. Im Juli 1914, kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges, gehörte er als Oberleutnant wieder zum Feldartillerie-Regiment „Hochmeister“ Nr. 72. Im August 1914 wurde er dann zum Batterieführer in seinem Regiment ernannt. Am 28. November 1914 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er dann 1915 in den Generalstab vom XVII. Armeekorps versetzt. Ab September 1916 wurde er dann als Generalstabsoffizier bei der 5. Landwehrdivision eingesetzt. 1917 wurde er dann als Generalstabsoffizier bei der 9. Infanteriedivision eingesetzt. 1918 wurde er als Ia bei der 1. Garde-Reserve-Division im Baltikum eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Orden verliehen. Nach Kriegsende wurde er dann als Hauptmann in das Reichsheer übernommen. Nebenher betätigte er sich auch noch als Geschäftsführer der Deutschnationalen Volkspartei in Leipzig. Im Heer wurde er beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 beim Befehlshaber der Artillerie bei der Reichswehr-Brigade 15 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum Stab vom Artillerieführer III nach Berlin, wo er auch noch ein Jahr eingesetzt wurde. Ende 1921 wurde er dann in das Reichswehrministerium (RWM) ebenfalls in Berlin versetzt. Dort wurde er jetzt im Truppenamt (TA) eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 gehörte er zur Heeres-Ausbildungsabteilung (T 4) im RWM. 1925 erschien seine erste größere Veröffentlichung mit dem Titel “Die alte Armee und die junge Generation“, auch auf Veranlassung von General der Infanterie Hans von Seeckt. 1924/25 wurde er zum Major befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. November 1923 festgelegt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1927 zum Kommandeur der II. Abteilung vom 1. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Königsberg ernannt. In dieser Funktion wurde er am 1. April 1929 zum Oberstleutnant befördert. Während dieser Dienstzeit begann er eine Freundschaft zum Bürgermeister Dr. Carl Goerdeler. Am 31. Januar 1930 gab er sein Kommando über die Abteilung ab. Er wurde jetzt in den Stab vom Gruppenkommando 2 nach Kassel versetzt. Dort wurde er ab dem 1. März 1930 als 1. Generalstabsoffizier (Ia) eingesetzt. Als solcher wurde er am 1. März 1932 zum Oberst befördert. Als solcher wiederum wurde er am 1. Dezember 1932 zum Kommandant von Breslau ernannt. An der Breslauer Universität hielt er wehrpolitische und wehrgeschichtliche Vorlesungen, die teilweise veröffentlicht wurden. Er trat auch scharf gegen den dortigen Polizeipräsidenten und SA-Obergruppenführer Edmund Heines, wegen dessen Übergriffen, ein. Am 1. Oktober 1934 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor zum Inspekteur der Wehrersatzinspektion Münster ernannt. Auch an der dortigen Universität hielt er wieder Vorlesungen. 1935 erhielt er dann die Ehrendoktorwürde. Am 1. Januar 1937 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 1. April 1937 wurde er zum Chef des Heeres-Archiv ernannt. 1938 veröffentlichte er dann den ersten Band der Biographie von Generaloberst Hans von Seeckt “Aus meinem Leben 1866-1917“. Bei der Mobilmachung wurde er dann zum Kommandeur der 73. Infanterie-Division ernannt. Er wurde dann mit seiner Division im Polenfeldzug eingesetzt. Dabei wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Ende September 1939 gab er dieses Kommando bereits wieder ab, man hielt ihn wegen seiner Religiosität nicht für ein Frontkommando geeignet. Am 1. Dezember 1939 wurde er dann wieder zum Chef des Heeres-Archiv ernannt. Als solcher wurde er am 1. September 1940 zum General der Artillerie befördert. Ebenfalls im Jahr 1940 veröffentlichte er den zweiten Band der Seeckt-Biografie. Mitte 1942 gab er seinen Posten nach einem Eklat mit dem Beauftragten des Führers für die militärische Geschichtsschreibung, Oberst i.G. Walter Scherff, ab. Daraufhin wurde er am 1. Juli 1942 in die Führerreserve versetzt. Dabei studierte er jetzt Theologie. Er war die ganzen Jahre auch schriftstellerisch tätig gewesen und veröffentlichte mehrere Bücher, darunter welche zu Scharenhorst und zum Leben des Generaloberst von Seeckt. Am 31. August 1943 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Er gehörte eigentlich keiner der Gruppen des Widerstandes direkt an. Er fungierte aber als Mittelsmann zwischen Generaloberst Beck und Carl Goerdeler. Er wurde nach dem gescheiterten Attentat am 25. Juli 1944 verhaftet und inhaftiert. Er kam dabei in verschiedene Gefängnisse und Konzentrationslager, ohne dass ein Prozess gegen ihn eröffnet wurde. Anfang April 1945 wurde er auf Befehl des Reichsführer SS, Heinrich Himmler, im Konzentrationslager Flossenbürg erschossen.