Pawel, Bronislaw (Bruno Stanislaw)
| * 29. Juli 1890, Pleschen † 3. Februar 1946, Riga (hingerichtet) |
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Bronislaw Pawel trat im Frühjahr 1910 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Der Sohn eines Apothekenbesitzers kam dabei zum 10. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 174. Bei diesem wurde er dann am 13. September 1911 zum Leutnant befördert. Auch vor Beginn des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 wurde er noch bei diesem Regiment eingesetzt. Im Krieg wurde er dann als Zug- und Kompanieführer beim 10. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 174 eingesetzt. Am 25. November 1916 wurde er zum Oberleutnant befördert. 1919 wurde er dann aus der Armee verabschiedet, wobei ihm anscheinend noch die Charakter als Hauptmann verliehen wurden. Er trat dafür jetzt in die Polizei in Berlin ein. Am 15. Juni 1927 hat er Martha Michael geheiratet. Ab dem 18. Dezember 1930 wurde er als Major der Polizei an der Polizeischule in Frankenstein in Schlesien eingesetzt. Am 1. Oktober 1935 wurde er dann bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht als Major in das Heer übernommen. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Dezember 1933 festgelegt. Er kam jetzt zum Regimentsstab vom Infanterie-Regiment 51. Bei diesem wurde er zum 1. April 1936 zum Oberstleutnant befördert. Am 15. Mai 1936 wurde er dann zum Kommandeur des II. Bataillons vom Infanterie-Regiment 81 in Frankfurt am Main ernannt. Als solcher wurde er am 1. Januar 1939 zum Oberst befördert. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde er dann zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 81 ernannt. Mit diesem bezog er dann anfangs Stellungen in der Saarpfalz. Im Frühjahr 1940 führte er sein Regiment dann in den Westfeldzug. Danach blieb er mit ihm als Besatzungstruppe im Westen. Von Februar bis April 1941 wurde er zusätzlich auch als Kommandeur vom Wach-Regiment Paris eingesetzt. Zum Sommerbeginn 1941 führte er sein Regiment dann im Ostfeldzug beim Angriff auf Mittelrussland. Am 11. Januar 1942 wurde er für fast zwei Wochen mit der Führung der 15. Infanterie-Division beauftragt. Danach übernahm er wieder das Kommando über das Infanterie-Regiment 81. Anfang Februar 1942 wurde er dann erneut mit der Führung der 15. Infanterie-Division bei Gshatsk beauftragt. Diesmal behielt er diese Führung aber über viereinhalb Monate. Am 20. März 1942 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Im Mai 1942 verlegte er mit der Division nach Frankreich. Erst Mitte Juni 1942 gab er seine Führung an Generalmajor Erich Buschenhagen ab. Er wurde daraufhin in die Führerreserve versetzt. Ab dem 31. August 1942 besuchte er dann einen Lehrgang für Kriegsgefangenenwesen. Dabei wurde er am 1. September 1942 zum Generalmajor befördert. Am 1. November 1942 wurde er dann zum Kommandeur der Kriegsgefangenen beim Wehrmachtsbefehlshaber Ostland ernannt. Am 1. Dezember 1942 wurde er dann zum Kommandant der Oberfeldkommandantur 392 (OFK 392) ernannt. Am 17. April 1943 wurde er dann zum Kommandant des rückwärtigen Armeegebiets 559 (Korück 559) ernannt. Mit seinem Stab wurde er jetzt bei der 4. Armee eingesetzt. Anfang März 1944 gab er sein Kommando als Korück 559 ab. Er wurde daraufhin erneut in die Führerreserve versetzt. Am 20. März 1944 wurde er dann als General z.b.V. zur Heeresgruppe Nord versetzt. Bei Kriegsende geriet er dann in alliierte Gefangenschaft. Er wurde dann in der Sowjetunion vor dem Militärgericht vom baltischen Militärbezirk angeklagt und am 3. Februar 1946 zum Tode durch den Strang verurteilt. Das Urteil wurde am gleichen Tag öffentlich vor sehr vielen Zuschauern in Riga vollstreckt. Er wurde an diesem Tag gemeinsam mit SS-Obergruppenführer Friedrich Jeckeln, Generalleutnant Siegfried Ruff, Generalleutnant Wolfgang von Ditfurth, Generalleutnant Albrecht Baron Digeon von Monteton, Generalmajor Friedrich Werther und Generalmajor Hans Küpper hingerichtet. Nach anderen Darstellungen wurde Wolfgang von Ditfurth nicht gehängt, sondern dafür SA-Standartenführer Alexander Becking mit gehängt.