Liebmann, Curt
|
* 29. Januar 1881, Coburg † 2. Juli 1960, Holzminden |
Curt Liebmann trat am 20. März 1899 als Leutnant in die Königlich Preußische Armee ein. Der Sohn vom späteren Generalmajor Konrad Liebmann kam dabei zum 2. Nassauisches Infanterie-Regiment Nr. 88 nach Mainz. 1901 wurde er dann in das Großherzoglich Mecklenburgisches Füsilier-Regiment "Kaiser Wilhelm" Nr. 90 versetzt. 1906 wurde er für fast 3 Jahre zur Kriegsakademie kommandiert. Danach kam er dann im Sommer 1909 wieder zum Großherzoglich Mecklenburgisches Füsilier-Regiment "Kaiser Wilhelm" Nr. 90 zurück. Bei diesem wurde er als Bataillonsadjutant am 19. August 1909 zum Oberleutnant befördert. 1910 wurde er dann in den Großen Generalstab kommandiert. Am 22. März 1912 wurde er dann bei diesem zum Hauptmann i.G. befördert. Im Sommer 1913 wurde er dann in den Generalstab des Gouvernement Graudenz versetzt. Im 1. Weltkrieg wurde er dann auf den verschiedensten Positionen im Generalstab eingesetzt. Am 28. Dezember 1916 wurde er zum Major befördert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen und dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern noch viele weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er dann als Major mit seinem alten Rangdienstalter in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er im Reichswehrministerium (RWM) in Berlin eingesetzt. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er weiter dort verwendet. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr blieb er weiter im Reichswehrministerium eingesetzt. Dort wurde er am 1. Januar 1922 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. April 1922 wurde er zum Kommandeur des II. Bataillons vom 1. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Tilsit ernannt. Am 1. September 1924 wurde er erneut in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort wurde er zum Leiter der Heeres-Statistischen-Abteilung (T 3) im Truppenamt (TA) ernannt. Am 1. Februar 1926 wurde er zum Oberst befördert. Am 1. März 1928 wurde er als Nachfolger von Oberst Horst Kuhlwein von Rathenow zum Kommandeur des 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Stettin ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1929 zum Generalmajor befördert. Nach etwa zwei Jahren gab er sein Kommando über das Regiment an Oberst Max Noack ab. Am 1. März 1930 wurde er dafür als Nachfolger von Oberst Richard Waenker von Dankenschweil zum Chef des Stabes vom Gruppenkommando 2 in Kassel ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1931 zum Generalleutnant befördert. Am 1. Dezember 1931 wurde er als Nachfolger von Generalleutnant Freiherr Seutter von Lötzen zum Kommandeur der 5. Division der Reichswehr in Stuttgart ernannt. Als solcher wurde er gleichzeitig zum Befehlshaber vom Wehrkreis V. Am 1. August 1934 gab er sein Kommando in Stuttgart an Generalleutnant Hermann Geyer ab und wurde wieder in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Am 1. April 1935 wurde er zum General der Infanterie befördert. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1935 zum Kommandeur der wieder öffentlich in Erscheinung tretenden Kriegsakademie ernannt. Am 30. April 1939 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet.
Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde er wieder zur Verfügung des Heeres gestellt. Er wurde jetzt zum Oberbefehlshaber der 5. Armee ernannt. Bei der Umbenennung der Armee am 13. Oktober 1939 wurde General Liebmann dann zum Oberbefehlshaber vom Grenzschutzkommando Mitte ernannt. Damit wurde er auch gleichzeitig zum Oberbefehlshaber Ost ernannt. Sein Kommando gab er am 30. Oktober 1939 ab. Er wurde dann in die Führerreserve versetzt. Bis zum Kriegsende wurde er nicht mehr verwendet. Er kam dann in britische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er im Frühjahr 1947 wieder entlassen.