Lemelsen, Joachim Hermann August
| * 26. September 1888, Berlin
† 30. März 1954, Göttingen / Niedersachsen |
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Joachim Lemelsen trat nach seinem Abitur am 1. Juli 1907 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Altmärkisches Feldartillerie-Regiment Nr. 40 nach Burg bei Magdeburg. Bei diesem wurde er am 19. November 1908 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 18. November 1906 datiert. Am Ersten Weltkrieg nahm er anfangs als Batterieoffizier teil. Ende August 1914 wurde er dann zum Abteilungsadjutant ernannt. Als solcher wurde er Ende 1914 zum Oberleutnant befördert. Im März 1915 wurde er zu einem anderen Regiment als Regimentsadjutant versetzt. Als solcher wurde er am 18. August 1916 zum Hauptmann befördert. Kurt darauf wechselte er dann in den Stabsdienst. Den Rest vom 1. Weltkrieg wurde er als Generalstabsoffizier eingesetzt. Im Krieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Kriegsende wurde er in das Reichsheer übernommen. Beim Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er zum Reichswehr-Artillerie-Regiment 4. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann als Batterieoffizier zum 4. Artillerie-Regiment. Im Sommer 1921 wurde er dann in den Stab der I. Abteilung vom 4. Artillerie-Regiment nach Halberstadt versetzt. Am 1. April 1922 wurde er in den Stab der 1. Division der Reichswehr nach Königsberg versetzt. Am 1. Oktober 1923 wurde er dann für die nächsten Jahre zum Chef der 8. Batterie vom 1. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Allenstein ernannt. Am 1. April 1927 wurde er in den Stab der I. Abteilung vom 1. (Preuß.) Artillerie-Regiment nach Insterburg versetzt. Er wurde jetzt für mehrere Jahre als Taktiklehrer an die Artillerieschule nach Jüterbog kommandiert. Zum 1. Juni 1927 wurde er dabei zum Major befördert. Im Winter 1929/30 wurde er in die 1. Batterie vom 1. (Preuß.) Artillerie-Regiment nach Insterburg versetzt, blieb aber weiter als Taktiklehrer an die Artillerieschule kommandiert. Am 1. Oktober 1930 wurde er dann für ein Jahr zu den Reinhard-Kursen an der Berliner Universität kommandiert. Diese bildeten normalerweise das dritte Jahr der Führergehilfenausbildung. Am 1. Oktober 1931 wurde er dann zum Kommandeur der III. (Württ.) Abteilung vom 5. Artillerie-Regiment in Ludwigsburg ernannt. Als solcher wurde er am 1. November 1931 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1933 wurde er als Kursleiter an die Artillerieschule nach Jüterbog versetzt. Am 1. April 1934 wurde er dort zum Oberst befördert. Anschließend wurde er bei der Erweiterung der Reichswehr am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur des Artillerie-Regiment Jüterbog, später Artillerie-Lehr-Regiment, in Jüterbog ernannt. Am 1. April 1935 wurde er zum Kommandeur der Infanterieschule in Dresden ernannt. Durch die Umbenennung der Einrichtung wurde er noch im Frühjahr 1935 zum Kommandeur der Kriegsschule Dresden ernannt. Am 1. April 1937 wurde er dort zum Generalmajor befördert. Noch in den ersten Monaten 1938 gab er sein Kommando ab und wurde dafür zum Kommandeur der 29. Infanterie-Division in Erfurt ernannt. Am 1. April 1939 wurde er zum Generalleutnant befördert. Bei Beginn des 2. Weltkrieges führte er seine Division im Sommer 1939 in den Polenfeldzug. Dabei wurden ihm bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Noch vor dem Westfeldzug gab er seine Division ab. Er wurde dafür zum Kommandeur der 5. Panzer-Division , die er dann während der zweiten Phase des Westfeldzuges in Frankreich führte. Am 1. August 1940 wurde er zum General der Artillerie befördert. Ende November 1940 gab er sein Kommando über die Division ab Er wurde dafür dann zum Kommandierenden General des neuen XXXXVII. Armeekorps (motorisiert) ernannt. Zuerst stellte er das Generalkommando auf. Anfang Juni 1941 wurde sein Dienstgrad zum General der Panzertruppen umbenannt. Zum Sommerbeginn 1941 führte er das Korps im Ostfeldzug beim Angriff auf Mittelrussland. Für die erfolgreichen Vorstöße seines Korps im Sommer 1941 wurde er am 27. Juli 1941 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Auch nach der Umbenennung des Generalkommandos zum XXXXVII. Panzerkorps Ende Juni 1942 blieb er weiter der Kommandierende General. Am 15. Juli 1942 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Für seine Führungsleistungen während des Unternehmens "Zitadelle" wurde er am 7. September 1943 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Im Herbst 1943 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Vom 1. November 1943 bis zum 31. Dezember 1943 führte er stellvertretend die 10. Armee in Italien. Anschließend wurde er wieder in die Führerreserve des OKH versetzt. Anfang Mai 1944 wurde er für einen Monat zum Oberbefehlshaber der 1. Armee ernannt. Am 5. Juni 1944 übernahm er dann als Oberbefehlshaber die 14. Armee in Italien. Wegen einer Erkrankung gab er sein Kommando Mitte Oktober 1944 ab. Ab dem 24. Oktober 1944 führte er dann vertretungsweise die 10. Armee in Italien und kehrte erst Mitte Februar 1945 wieder zu seiner 14. Armee zurück. Bei Kriegsende geriet er dann in britische Gefangenschaft, aus der er erst im Frühjahr 1948 entlassen wurde.
Im Ostfeldzug erließ General Lemelsen angeblich folgenden Befehl: "Ich habe festgestellt, daß in sinnloser Form Erschießungen stattgefunden haben, sowohl von Gefangenen wie Zivilisten. Der russische Soldat, der in Uniform gefangen genommen wird und tapfer gekämpft hat, hat Anspruch auf ehrenvolle Behandlung."
Ritterkreuz (27. Juli 1941) Eichenlaub (7. September 1943)