Kübler, Ludwig

 

* 2. September 1889, Unterdill (Oberbayern)

† 18. August 1947, Laibach (hingerichtet)

 

Ludwig Kübler trat am 20. Juli 1908 als Fahnenjunker in die Bayerische Armee ein. Er kam dabei zum 15. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "König Friedrich August von Sachsen" nach Neuburg an der Donau. Nach dem Besuch der Kriegsschule München wurde er am 23. Oktober 1910 zum Leutnant befördert. Mit der MG-Kompanie seines Regiments kam er dann bei Beginn des 1. Weltkrieges an die Front. Im Herbst 1914 wurde er dann zum Regimentsadjutant in seinem Regiment ernannt. Als solcher wurde er, bereits mit beiden Eisernen Kreuzen dekoriert, am 9. Juli 1915 zum Oberleutnant befördert. Die Position als Adjutant des Regiments behielt er bis zum Herbst 1917. Dann wurde er zur Generalstabsausbildung kommandiert, kam aber noch vor Kriegsende zurück zur Truppe. Er wurde Ende September 1914 schwer im Gesicht verwundet. Am 18. August 1918 wurde er als Bataillonskommandeur in seinem Regiment zum Hauptmann befördert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Nach Kriegsende wurde er dann in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er im Frühjahr 1920 beim Reichswehr-Schützen-Regiment 42 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres kam er dann zum 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment. Am 1. Oktober 1921 wurde er dann in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort wurde er dann in der Heeres-Abteilung (T 1) vom Truppenamt (TA) eingesetzt. Dort verbrachte er dann die nächsten Jahre. Ab 1925/26 wurde er dann beim Generalstab vom Gruppenkommando 1 in Berlin eingesetzt. Am 1. Oktober 1927 wurde er für die nächsten Jahre in den Stab der 1. Division der Reichswehr nach Königsberg versetzt. Dort wurde er am 1. August 1928 zum Major befördert. Am 1. Juni 1931 wurde er dann zum Kommandeur des I. Bataillons vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in München ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1932 zum Oberstleutnant befördert. Im Herbst 1933 wurde er dann in den Stab der 7. Division der Reichswehr nach München versetzt. Er wurde dort am 1. November 1933 zum Chef des Stabes der 7. Division der Reichswehr ernannt. Als solcher wurde er am 1. Juli 1934 zum Oberst befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr am 1. Oktober 1934 wurde er damit zum Chef des Stabes vom VII. Armeekorps ernannt. Am 1. Juni 1935 wurde er dann zum Kommandeur der Gebirgs-Brigade ernannt. Diese war der erste Großverband der neuen Waffengattung. Am 1. Januar 1938 wurde er als Brigadekommandeur zum Generalmajor befördert. Im Frühjahr 1938 wurde er zum Kommandeur der 1. Gebirgs-Division ernannt. Diese Division führte er dann bei Beginn des 2. Weltkrieges im Polenfeldzug. Dabei wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Außerdem wurde er am 27. Oktober 1939 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Danach wurde er am 1. Dezember 1939 zum Generalleutnant befördert. Im Frühjahr 1940 führte er seine Division dann im Westfeldzug. Danach wurde er am 19. Juli 1940 zum General der Infanterie befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. August 1940 festgelegt. Ende Oktober 1940 gab er sein Kommando ab. Dafür wurde er jetzt zum Kommandierenden General des neuen XXXXIX. Gebirgs-Armeekorps ernannt. Mit diesem war er vorgesehen für das später abgesagte Unternehmen Felix (Eroberung von Gibraltar). Im Frühjahr 1941 führte er sein Generalkommando in den Balkanfeldzug. Danach wurde er im Sommer 1941 bei Beginn des Ostfeldzuges beim Angriff auf Südrussland eingesetzt. Im Herbst 1941 wurde sein Dienstgrad in General der Gebirgstruppen umbenannt. Mitte Dezember 1941 gab er sein Kommando über das XXXXIX. Gebirgskorps ab. Er wurde jetzt in die Führerreserve versetzt. Bereits Ende des Monats wurde er zum Oberbefehlshaber der 4. Armee ernannt. Er konnte die Erwartungen Hitlers in ihn aber nicht erfüllen. Ende Januar 1942 musste er daher den Oberbefehl über seine Armee wieder abgeben. Er wurde jetzt in die Führerreserve versetzt. Er war jetzt auf ein Abstellgleis geraten, von dem er ständig versuchte wieder ein Kommando zu bekommen. Erst im Sommer 1943 wurde er dann zum Kommandierenden General der Sicherungstruppen und Befehlshaber im Heeresgebiet Mitte ernannt. Zum Herbstanfang 1943 wurde er von dem Kommando abgelöst. Er wurde dafür zum Befehlshaber der Operationszone Adriatisches Küstenzone ernannt. Knapp ein Jahr später wurde er dann durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur vom LXXXXVII. Armeekorps ernannt. Kurz vor Kriegsende wurde er verwundet und geriet dann in jugoslawische Gefangenschaft. Damit erlitt er das gleiche Schicksal wie sein jüngerer Bruder, Generalleutnant Josef Kübler, und sein Nachfolger Generalleutnant z.V. Hans von Hößlin. Ebenso wie diese beiden wurde er 1947 durch ein jugoslawisches Gericht zum Tode verurteilt. Am 18. August 1947 wurde er in Laibach hingerichtet.

 

Ritterkreuz (27. Oktober 1939)