Kesselring, Albert
| * 30. November 1885, Marktsteft (Unterfranken)
† 16. Juli 1960, Bad Nauheim
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Albert Kesselring, Sohn eines Stadtschulrates, besuchte von 1893 - 1904 das Gymnasium in Bayreuth und trat am 20. Juli 1904 als Fahnenjunker in das Königlich Bayerische Heer ein. Er kam dabei zum 2. Königlich Bayerisches Fußartillerie-Regiment. Bei diesem Regiment wurde er am 4. Februar 1905 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule München wurde er am 8. März 1906 zum Leutnant ernannt. Als solcher wurde er dann als Batterieoffizier im 2. Königlich Bayerisches Fußartillerie-Regiment eingesetzt. Am 1. Oktober 1908 wurde er dann für anderthalb Jahre zur Artillerie- und Ingenieurschule kommandiert. 1910 heiratete Kesselring Pauline Keyßler, das Paar adoptierte 1913 einen Sohn. Am 1. Oktober 1912 wurde er dann zum Adjutant der I. Abteilung vom 2. Königlich Bayerisches Fußartillerie-Regiment ernannt. Am 25. Oktober 1913 wurde er als solcher zum Oberleutnant befördert. Auch kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges wurde er im Sommer 1914 noch als Bataillonsadjutant vom 2. Königlich Bayerisches Fußartillerie-Regiment eingesetzt. Bei Beginn des Krieges kam er dann als solcher an die Front. Anfang Dezember 1914 wurde er dann als Adjutant zur 1. Königlich Bayerischen Fußartillerie-Brigade versetzt. Ab Mitte März wurde er als Offizier z.b.V. in diesem Stab eingesetzt. Anfang Mai 1915 kehrte er als Bataillonsadjutant wieder zum 2. Königlich Bayerisches Fußartillerie-Regiment zurück. Anfang September 1915 wurde er wieder als Offizier z.b.V. zum Stab der 1. Königlich Bayerischen Fußartillerie-Brigade versetzt. Am 19. Mai 1916 wurde er dort zum Hauptmann befördert. Anfang März 1917 wurde er dann als Adjutant zum Königlich Bayerischen Artilleriekommandeur 3 versetzt. Ab Ende November 1917 kam er dann als Anwärter für den Generalstabsdienst zum Stab der 2. Königlich Bayerischen Landwehrdivision. Anfang Januar 1918 wurde er dann als Generalstabsoffizier zum AOK 6 versetzt. Mitte April 1918 wurde er dann als Generalstabsoffizier in den Generalstab vom III. Königlich Bayerischen Armeekorps versetzt. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Ersten Weltkrieg leitete Kesselring die Demobilisierung des bayerischen II. Artillerie-Korps in Nürnberg. Als Hauptmann wurde er im Sommer 1919 in das Reichsheer übernommen. Er wurde jetzt als Chef einer Batterie vom Reichswehr-Artillerie-Regiment 24 eingesetzt. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er als solcher verwendet. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann als Batteriechef in das 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment übernommen. Ab dem 1. Oktober 1922 arbeitete er dann für viele Jahre im Reichswehrministerium in Berlin. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann in der Heeres-Ausbildungs-Abteilung (T 4) eingesetzt. Dort wurde er am 1. April 1925 zum Major befördert. Ab dem 1. Oktober 1925 wurde er im Stab der Heeresleitung (HL) eingesetzt. Ab dem 1. Oktober 1926 wurde er dann im Wehr-Amt eingesetzt. Am 1. April 1929 wurde er dann zum Stab der 7. Division der Reichswehr nach München versetzt. Am 1. Februar 1930 wurde er dort zum Oberstleutnant befördert. Anfang Mai 1930 kam er dann wieder zum RWM nach Berlin zurück. Am 1. Juni 1930 wurde er dann für zwei Monate zum Stab der 3. Division der Reichswehr ebenfalls in Berlin kommandiert. Ab dem 1. August 1930 wurde er dann im Heeres-Personalamt (PA) im RWM eingesetzt. Am 1. Februar 1932 wurde er dann zum Kommandeur der III. Abteilung vom 4. Artillerie-Regiment in Dresden ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1932 zum Oberst befördert. Am 30. September 1933 gab er sein Kommando an Oberstleutnant Rudolf Friedrich ab. Er wurde dafür jetzt in das Reichsluftfahrtministerium (RLM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er jetzt beim Aufbau der Luftwaffe verwandt. Am 1. Oktober 1934 wurde Kesselring zum Generalmajor befördert. Im Dezember 1934 schied Kesselring formal aus der Armee aus, er wurde zur getarnten Luftwaffe versetzt und Chef der Abteilung D, des späteren Luftwaffenverwaltungsamtes im RLM. Für diese Aufgabe holte Kesselring die Flugzeugführerprüfung nach. 1935 wurde Kesselring Chef der Luftwaffenverwaltungsamtes. Für den Aufbau dieses Amtes wurde er zum 1. April 1936 zum Generalleutnant ernannt. Anfang Juni 1936 wurde Kesselring als Nachfolger vom verunglückten Generalleutnant Walter Wever zum Chef des Generalstabes der Luftwaffe und damit zur zentralen Person beim Aufbau der Luftwaffe ernannt. Ende Mai 1937 gab er sein Kommando an Generalmajor Hans-Jürgen Stumpff ab. Am 1. Juni 1937 folgte seine Beförderung zum General der Flieger. Am gleichen Tag wurde er dann zum Kommandierenden General und Befehlshaber vom Luftgau-Kommando III in Berlin ernannt. Anfang Februar 1938 wurde er dann zum Befehlshaber vom Luftwaffengruppenkommando 1 ernannt. Nach einem Jahr wurde er dann durch die Umbenennung seines Stabes im Februar 1939 zum Oberbefehlshaber der Luftflotte 1 ernannt. Diese führte er bei Beginn des 2. Weltkrieges im Polenfeldzug. Für die Erfolge der Luftflotte wurde ihm am 30. September 1939 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 11. Januar 1940 gab er sein Kommando an General der Flieger Hans-Jürgen Stumpff ab. Dafür übernahm er am 12. Januar 1940 als Nachfolger von General der Flieger Hellmuth Felmy die Luftflotte 2 und führte diese dann im Frühjahr 1940 im Frankreichfeldzug. Am 19. Juli 1940 wurde Kesselring unter Überspringung des Ranges eines Generaloberst zum Generalfeldmarschall befördert. Danach war er dann mit seiner Luftflotte an der Luftschlacht um England beteiligt. Am 8. Oktober 1940 wurde er für Angriffe auf London erstmals namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Hierbei zeichneten sich besonders die leichten Bombenkräfte des Generalfeldmarschalls Kesselring aus." Am 26. Oktober 1940 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Leichte Kampfflugzeuge des Generalfeldmarschalls Kesselring griffen während des ganzen Tages die britische Hauptstadt und wichtige Ziele in Südostengland mit Bomben an." Am 9. November 1940 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Sturzkampfverbände des Generalfeldmarschalls Kesselring griffen wiederum Schiffsziele und Geleitzüge im Seegebiet vor der Ostküste der britischen Inseln an und fügten dem Gegner schwäre Schäden zu." Am 15. November 1940 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Besonders heftig und erfolgreich war dabei der rollende Angriff starker Kampfverbände der Generalfeldmarschälle Kesselring und Sperrle auf Couventry, wo zahlreiche Motorenfabriken und große Anlagen der Flugzeugzubehörindustrie sowie andere kriegswichtige Einrichtungen mit Bomben schweren und schwersten Kalibers belegt wurden, die gewaltige Verwüstungen anrichteten." Am 20. November 1940 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Zur Vergeltung für die britischen Angriffe auf Wohnviertel in Hamburg, Bremen und Kiel belegten in der Nacht zum 20. November 1940 starke Kampfverbände der Generalfeldmarschälle Kesselring und Sperrle die Zentren der britischen Rüstungs- und Versorgungsindustrie von Birmingham mit Bomben." Am 19. Juni 1941 wurde er für Angriffe auf die britische Schifffahrt erneut namentlich im Wehrmachtsbericht ernannt: "An diesen Operationen haben Kampffliegerverbände der Luftflotte des Generalfeldmarschalls Kesselring besonderen Anteil." Beim Sommerbeginn 1941 wurde Kesselrings Luftflotte ein den Mittelabschnitt der Ostfront verlegt. Am 6. August 1941 wurde er wegen der Schlacht in Smolensk in der Sondermeldung III erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Die Luftflotte des Generalfeldmarschalls Kesselring hat an diesem Siege entscheidenden Anteil." Am 7. August 1941 wurde er in Bezug dazu erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, hat die Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Bock in Zusammenarbeit mit der Luftflotte des Generalfeldmarschalls Kesselring die große Schlacht von Smolensk siegreich zu Ende geschlagen." Für die Erfolge im Raum Kiew wurde er am 19. September 1941 erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "An dem glänzenden Verlauf dieser Operation haben die Luftflotten des Generalobersten Löhr und des Generalfeldmarschalls Kesselring großen Anteil." Nach dem Ende der Doppelschlacht von Brjansk und Wjasma wurde er am 18. Oktober 1941 in einer Sondermeldung erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls von Bock haben Truppen des deutschen Heeres in engstem Zusammenwirken mit der Luftflotte des Generalfeldmarschalls Kesselring die sowjetische Heeresgruppe des Marschalls Timoschenko in Stärke von acht Armeen mit 67 Schützen-, sechs Kavallerie-, sieben Panzerdivisionen und sechs Panzerbrigaden vernichtet." Am 19. Oktober 1941 wurde dieser Eintrag im normalen Wehrmachtsbericht wiederholt. Am 1. Dezember 1941 wurde er mit seinem Luftflottenstab und einem Teil seiner Verbände nach Italien gesandt. Dort erhielt er die Stellung eines Oberbefehlshabers Süd beim italienischen "Commando Supremo". Kesselring führte die in Nordafrika und dem Mittelmeerraum operierenden Luftwaffeneinheiten. Er hatte die Aufgabe, die englischen Truppen auf Malta kampfunfähig zu halten und den deutschen Nachschub auf See zu sichern. Ab Dezember 1941 wurde Kesselring auch zum Oberbefehlshaber Süd ernannt und damit Kommandeur aller Truppen im Süden Europas und in Afrika. Am 25. Februar 1942 wurde ihm für die Erfolge im Mittelmeer das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 17. Juni 1942 wurde er dann wegen der Kämpfe im Mittelmeerraum erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "An diesen Erfolgen haben die unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls Kesselring und unter der Führung des Generals der Flieger Loerzer, des Generals der Flieger Geißler und des Generalleutnants Hoffmann von Waldau stehenden Fliegerverbände besonderen Anteil." Am 18. Juli 1942 wurden ihm für die Bekämpfung der Insel Malta und britischer Konvois im Mittelmeer die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub verliehen. Am 1. Dezember 1942 wurden seine Befehlsbefugnisse infolge der alliierten Landung in Nordafrika auf alle Luftwaffenverbände in Italien und Afrika erweitert. Am 10. September 1943 wurde er nach dem Ausruf vom Fall Achse in einer Sondermeldung erneut namentlich im Wehrmachtsbericht ernannt: "Der deutsche Oberbefehlshaber Süd, Feldmarschall Kesselring, zog Verstärkungen heran, leitete den Angriff auf Rom ein und stellte dem Kommandanten ein Ultimatum." Am 21. November 1943 wurde er dann zum OB Südwest ernannt und organisierte den Rückzug der deutschen Truppen aus Italien. Für die Erfolge der deutschen Truppen bei der Verteidigung Italiens wurden ihm am 19. Juli 1944 die Brillianten zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern verliehen. In der letzten Phase des Krieges erhielt Kesselring am 11. März 1945 als Nachfolger von Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt den Oberbefehl über die Westfront. Am 3. Mai 1945 wurde er erneut OB Süd. Am 4. Mai 1945 unterzeichnete er die Kapitulation der Heeresgruppe Süd und geriet am 15. Mai 1945 in amerikanische Gefangenschaft.
Am 6. Mai 1947 wurde Kesselring von einem britischen Militärgericht in Venedig-Mestre der Kenntnis und Duldung einer völker- und kriegsrechtswidrigen Erschießung von Geiseln und Angehörigen der italienischen Befreiungsbewegung in Süditalien für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Im Juli 1947 wurde das Urteil in eine lebenslange Freiheitsstrafe umgewandelt. Kesselring wurde in das alliierte Gefängnis von Werl (Westfalen) überführt. 1948 wurde die Haftstrafe in 20 Jahre umgewandelt und Kesselring Ende Oktober 1952 wegen seines schlechten Gesundheitszustandes entlassen. Noch im gleichen Jahr wurde Kesselring Bundesführer des "Stahlhelm - der Bund der Frontsoldaten", das Amt bekleidete er bis 1960. 1953 veröffentlichte Kesselring den ersten Teil seiner Memoiren "Soldat bis zum letzten Tag", 1955 folgte der zweite Teil "Gedanken zum Zweiten Weltkrieg". In keinem der beiden Teile erfolgte eine Distanzierung zu den Verbrechen, die in seinem Befehlsbereich begangen wurden.
Ritterkreuz (30. September 1939) Eichenlaub (25. Februar 1942) Schwerter (18. Juli 1942) Brillianten (19. Juli 1944)