Groppe, Theodor
| * 16. August 1882, Trier † 28. April 1972, Trier |
Theodor Groppe trat am 25. April 1900 als Fahnenjunker in das Kaiserliche Heer ein. Er kam dabei zum 2. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 131. Bei diesem wurde er am 18. Oktober 1900 zum Fähnrich und am 18. August 1901 zum Leutnant befördert. Am 18. August 1910 wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 1. Oktober 1910 wurde er dann als solcher für fast drei Jahre zur Kriegsakademie kommandiert. Danach wurde er zum Regimentsadjutant vom 2. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 131 ernannt. Als solcher zog er im August 1914 ins Feld. Dort wurde er am 8. Oktober 1914 zum Hauptmann befördert. Bereits im ersten Halbjahr des Krieges wurden ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Anfang 1915 wurde er auch verwundet. Ab dem Frühjahr 1915 wurde er dann im Generalstab eingesetzt. Im Herbst 1915 kam er dann als Adjutant zur 17. Landwehr-Division. Im Februar 1918 wurde er in das1. Ostpreußisches Grenadier-Regiment "Kronprinz" Nr. 1 versetzt und dort noch im Frühjahr 1918 zum Bataillonskommandeur ernannt. Am 12. Oktober 1918 wurde er erneut verwundet. Am 6. November 1918 wurde ihm der Orden Pour le merité verliehen. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach Kriegsende und seiner Wiederherstellung wurde er in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er jetzt zum Reichswehr-Schützen-Regiment 1. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann zum Kompaniechef im 1. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. Oktober 1922 wurde er dann für die nächsten Jahre in den Stab der 2. Division der Reichswehr nach Stettin versetzt. Am 1. April 1923 wurde er dort zum Major befördert. Am 1. Februar 1926 wurde er in den Stab der 6. Division der Reichswehr nach Münster versetzt. Am 1. Februar 1928 wurde er zum Kommandeur des I. (Preuß.) Bataillons vom 18. Infanterie-Regiment in Paderborn ernannt. Als solcher wurde am 1. Februar 1929 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. November 1930 wurde er zum Kommandant der Befestigungen bei Lötzen ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1931 zum Oberst befördert. Am 31. Januar 1933 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter als Generalmajor verliehen. Bereits damals war sein direkter Vorgesetzter, Generalleutnant von Blomberg, der Meinung, er passe mit seiner ganzen Weltanschauung nicht in die zukünftige Wehrmacht.
Am 1. April 1933 wurde er in der Kommandantur Oppeln angestellt. Im Frühjahr 1935 trat er dann zu den Ergänzungsoffizieren über. Am 1. November 1935 wurde er zur Kommandantur Köslin nach Pommern versetzt. Am 6. Oktober 1936 trat er wieder in den aktiven Dienst. Dabei wurde er zum Landwehr-Kommandeur Hanau ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1937 zum Generalmajor befördert. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde er am 26. August 1939 zum Kommandeur der 214. Infanterie-Division ernannt. Nach der Aufstellung bezog er mit seiner Division Stellungen im Westen. Am 1. November 1939 wurde er zum Generalleutnant befördert. Als er von geplanten Ausschreitungen gegen Juden in seinem Raum erfuhr, erließ er einen Divisionsbefehl solche Ausschreitungen notfalls mit Waffengewalt zu verhindern. Er brachte diesen Befehl über das Korps auch der 1. Armee zur Kenntnis. Deren Oberbefehlshaber, Generaloberst von Witzleben, erließ daraufhin einen ähnlichen Befehl für den gesamten Armeebereich. Ebenfalls auf das Heftigste protestierte er gegen einen Befehl Himmlers vom 28. Oktober 1939, der die SS-Männer zur Fortpflanzung ihres Blutes auch außerhalb ehelicher Bindungen aufforderte. Anfang Februar 1940 gab er wegen seines Verhaltens gegenüber der SS sein Kommando über die 214. Infanterie-Division ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Auch die Unterstützung durch Generaloberst Ritter von Leeb vermochte nicht diese Entscheidung nach einem Streit mit Himmler abzuwenden. Im Mai 1941 trat er als Entlastungszeuge für einen Regimegegner auf, der daraufhin zu einer recht milden Strafe verurteilt wurde. Als politisch unzuverlässig wurde er dann ohne weitere Verwendung am 31. Dezember 1941 aus der Wehrmacht verabschiedet. Im Frühjahr 1942 wurde ihm sein Rang aberkannt. Außerdem wurde ihm das Recht zum Tragen der Uniform und sein Pensionsanspruch entzogen. Außerdem wurde er aus der Volksgemeinschaft ausgestoßen. In der Folge wurde er mehrmals von der Gestapo verhört, so auch am 21. Juli 1944. Am 4. August 1944 wurde durch das Reichskriegsgericht ein Verfahren wegen Defätismus und Wehrkraftzersetzung gegen ihn eingeleitet, wegen Mangel an Beweisen wurde es jedoch wieder eingestellt. Am 10. August 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet und anfangs in Darmstadt inhaftiert. Anfang 1945 wurde er dann in die Festung Küstrin verlegt. Am 26. April 1945 gelang ihm mit Hilfe des Kommandanten, Major Leussing, aus der Festung Küstrin die Flucht, nachdem seine Hinrichtung am 14. April 1945 auf den 27. April 1945 festgelegt wurde.
Am 17. Januar 1952 wurde er durch eine Verfügung des Bundesministeriums des Inneren in alle Rechte als Generalleutnant a.D. wieder eingesetzt.