Dietl, Eduard
| * 21. Juli 1890, Bad Aibling + 23. Juni 1944, Hochwedel | ![]() |
Eduard Dietl besuchte von 1900 bis 1909 das Gymnasium in Rosenheim. Nach seinem Abitur wollte Dietl zur bayrischen Armee, wurde aber abgelehnt. Erst beim zweiten Versuch wurde er schließlich genommen und kam am 1. Oktober 1909 zum 5. Bayrischen Infanterie-Regiment "Großherzog Ernst-Ludwig von Hessen". Er besuchte die Kriegsschule in München und wurde am 26. Oktober 1911 zum Leutnant befördert. Als Zugführer einer Maschinengewehrkompanie zog er 1914 in den Krieg. Bei Kriegsende lag Hauptmann Dietl gerade im Lazarett, um seine vierte Verwundung auszukurieren. Er trat als Kompanieführer in das Freikorps Epp ein und kämpfte gegen die Kommunisten in Bayern. Er wurde in die Reichswehr übernommen und als Kompaniechef der III./Gebirgs-Jäger-Bataillon zum 19. (Bayrischen) Infanterie-Regiment versetzt. Dort lernte er Adolf Hitler kennen. Dietl stand mit seiner Kompanie bereit, am 9. November 1923 beim Hitlerputsch die Putschisten zu unterstützen. Zu einem Einsatz kam es aber nicht. Dietl wurde Taktiklehrer an der Münchner Infanterie-Schule und übernahm am 1. Oktober 1928 das III. Gebirgsjägerbataillon des 19. Infanterie-Regiments. Der Hitlersympathisant nahm an zahlreichen Sport- und Skiwettkämpfen im In- und Ausland teil und wurde am 1. Februar 1930 zum Major befördert, am 1. Januar 1933 folgte die Beförderung zum Oberstleutnant. Am 1. Januar 1935 übernahm Dietl als Oberst das Gebirgsjägerregiment 99 in Füssen. Nachder Besetzung Österreichs übernahm Dietl das Kommando über die 3. Gebirgs-Division in Graz.
Nach der Teilnahme am Polenfeldzug wurde Dietel mit seiner 3. Gebirgs-Division auf Zerstörer verschifft und nach Narvik in Nord-Norwegen gebracht (Unternehmen "Weserübung"). Dort ging die Division am 9. April 1940 an Land und hatte anschließend drei Monate lang schwerste Kämpfe gegen alliierte Verbände zu bestehen. Für seine Erfolge in Narvik wurde Dietl am 9. Mai 1940 zum Generalleutnant befördert und ihm wurde das Ritterkreuz verliehen. Nach Abschluß der Kämpfe um Narvik erhielt Dietl als erster Soldat derWehrmacht am 19. Juli 1940 das Eichenlaub. Gleichzeitig wurde er zum General der Infanterie befördert und zum Führer des Gebirgskorps in Norwegen ernannt.
Bei Beginn des Rußland-Feldzuges übernahm Dietl Anfang 1942 als General der Gebirgstruppe den Oberbefehl über die 20. Gebirgsarmee. Beim Rückzug der deutschen Truppen aus Schweden und Norwegen wandte Dietl konsequent die "Politik der verbrannten Erde" an, was für die Bevölkerung in diesen kalten Zonen zu schwerem Leid führte. Als Dietl am 23. Juni 1944 zu einer Besprechung auf den Obersalzburg flog, zerschellte seine Maschine auf der steirischen Seite des Hochwechsels. Aus politischen Gründen wurde sein Tod geheimgehalten. Posthum wurden ihm am 1. Juli 1944 die Schwerter verliehen und die Gebirgsjägerbrigade 39 erhielt den Namen "Generaloberst Dietl".
Ritterkeruz (9. Mai 1940) Eichenlaub (19. Juli 1940) Schwerter (1. Juli 1944, posthum)