Crüwell, Ludwig
| * 20. März 1892, Dortmund
† 25. September 1958, Essen
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Ludwig Crüwell trat am 6. März 1911 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 1. Hannoversches Dragoner-Regiment „König Karl I. von Rumänien“ Nr. 9 nach Metz. In diesem Regiment wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule Hersfeld am 18. August 1912 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 23. August 1910 datiert. Mit seinem Regiment zog er bei Kriegsbeginn als Leutnant ins Feld. Als Patroulienführer bewährte er sich in Frankreich. Anschließend nahm er als Ordonnanzoffizier am Ostfeldzug teil. Bei Brzeziny nahm er an der Reiter-Attacke teil, die zum Durchbruch durch die russische Front führte. Anschließend nahm er an dem Versuch teil, das Hauptquartier des Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch auszuheben. Am 27. Januar 1916 wurde Crüwell zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er im Herbst diesen Jahres zum Regimentsadjutant ernannt. Anschließend begann seine Generalstabsausbildung bei diversen höheren Stäben. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch weitere Auszeichnungen verliehen. Nach Kriegsende wurde er in das Reichsheer übernommen und in das Reichswehrministerium versetzt. Beim Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er zum Stab der 1. Kavallerie-Division. Von diesem wurde er unter Belassung seiner Uniform in das Reichswehrministerium kommandiert. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er bereits als Hauptmann im Stab der 1. Kavallerie-Division in Frankfurt an der Oder verzeichnet. Er blieb weiter zum RWM kommandiert. Anfang April 1921 wurde er etatmäßig in das 8. (Preuß.) Reiter-Regiment versetzt, blieb aber weiter zum RWM kommandiert. Am 1. Oktober 1921 wurde er dann in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er jetzt wieder als Oberleutnant geführt. Im Mai 1922 erfolgte seine Beförderung zum Rittmeister im 9. (Preuß.) Reiter-Regiment. Im Frühjahr 1923 gehörte er dann zum Stab vom Gruppenkommando 1 in Berlin. Am 1. Oktober 1923 wurde er wieder in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er jetzt die nächsten beiden Jahre in der Heeres-Statistische-Abteilung (T 3) beim Truppenamt (TA) eingesetzt. Am 1. Oktober 1925 wurde er für drei Jahre in den Generalstab der 2. Kavallerie-Division nach Breslau versetzt. Am 1. Oktober 1928 wurde er für etwa zweieinhalb Jahre zum Chef der Ausbildungs-Eskadron im 12. (Sächs.) Reiter-Regiment in Großenhain in Sachsen ernannt. Ende Januar 1931 gab er sein Kommando an Rittmeister Martin Schmidt ab. Am 1. Februar 1931 wurde er dafür in den Stab der 3. Kavallerie-Division nach Weimar versetzt. Von diesem wurde er zum Stab der 6. Division der Reichswehr nach Münster kommandiert. Er wurde dann in dieser Konstellation am 1. Oktober 1931 zum Major befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1930 festgelegt. Im Frühjahr 1933 wurde er dann in den Stab der 6. Division der Reichswehr nach Münster versetzt. Am 1. April 1934 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr am 1. Oktober 1934 wurde er zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) vom Befehlshaber im Wehrkreis VI ernannt. Bei der Umbenennung des Stabes am 1. April 1935 wurde er zum Ia vom Generalkommando VI. Armeekorps ernannt. Am 1. April 1936 wurde er abgelöst und als Offizier z.b.V. dem Oberbefehlshaber des Heeres zugeteilt. Am 6. Oktober 1936 wurde er zum Kommandeur der Panzerabwehrtruppen V in Stuttgart ernannt. Am 1. Februar 1938 übernahm er das Panzer-Regiment 6 in Neuruppin als Kommandeur. Am 1. April 1939 wurde er wieder als Offizier z.b.V. dem Oberbefehlshaber des Heeres zugeteilt. Anfang Juni 1939 wurde er dann zum Chef der 6. Abteilung im Generalstab des Heeres ernannt. Ab Ende Oktober 1939 wurde er zum Oberquartiermeister der 16. Armee ernannt. Als solcher wurde er am 1. Dezember 1939 zum Generalmajor befördert. Anfang Juni 1940 wurde er in die Führerreserve versetzt. Er wurde für etwa einen Monat zum Stab der 5. Panzer-Division kommandiert. Anfang August 1940 wurde ihm die Aufstellung der 11. Panzer-Division übertragen, zu deren Kommandeur er dann auch ernannt wurde. Diese führte er während des Balkanfeldzuges. Unter seiner entschlossenen Führung gelang es der 11. Panzer-Division, die jugoslawischen Grenzbefestigungen im Risava-Tal zu durchbrechen, Nisch zu nehmen und auf Belgrad vorzustoßen. Er trug jetzt bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Für die Erfolge der Division und seine persönliche Tapferkeit erhielt er am 14. Mai 1941, als Generalmajor und Kommandeur der 11. Panzer-Division, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Auch am Ostfeldzug war die Division von beginn an dabei. Am 8. Juli 1941 gewann die 11. Panzer-Division - nach dem Durchbruch durch zwei Bunkerlinien - den Raum südlich Shitomir. Am 10. Juli 1941 setzte der sowjetische Gegenangriff ein. Nach allen Seiten musste sich die 11. Panzer-Division den angreifenden Sowjet-Divisionen erwehren. Bald war die Division vollständig eingeschlossen, so dass sie aus der Luft versorgt werden musste. Weder ein Ausbruch noch Entsatz waren zu diesem Zeitpunkt möglich. Nach fünf Tagen wurde die 11. Panzer-Division entsetzt. Für seine schlachtentscheidende Führungsleistung wurde ihm am 1. September 1941 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Bereits Mitte August 1941 hatte er sein Kommando abgegeben und wurde erneut in die Führerreserve versetzt. Zum 1. September 1941 wurde er auch zum Generalleutnant befördert. Im September 1941 wurde er zum Kommandierenden General des Deutschen Afrikakorps (DAK) ernannt. Am frühen Morgen des 18. November 1941 begann die britische Offensive in Nordafrika. Drei Tage später führte er das deutsche Afrikakorps zum Gegenangriff. Erst nach Mitternacht des 23. November 1941 ging die Schlacht bei Sidi Rezegh zu Ende. Den britischen Verbänden waren schwerste Verluste zugefügt worden. Am 17. Dezember 1941 erfolgte seine Beförderung zum General der Panzertruppen. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Dezember 1941 festgelegt. Am 9. März 1942 wurde er für zehn Tage mit der Führung der Panzerarmee Afrika beauftragt. Am Morgen des 29. Mai 1942 geriet sein "Fieseler Storch" bei einem Aufklärungsflug über die britischen Linien und wurde abgeschossen. Bei der Bruchlandung geriet er in britische Gefangenschaft. Am 2. Juni 1942 wurde er namentlich im Wehrmachtbericht genannt: "Bei einem Erkundungsflug über den feindlichen Linien wurde General der Panzertruppen Crüwell abgeschossen und geriet in britische Gefangenschaft." Aus der Gefangenschaft wurde er erst 1947 wieder entlassen.
Ritterkreuz (14. Mai 1941) Eichenlaub (1. September 1941)
