Die Luftgaue der Luftwaffe
Die Luftgaue entstanden in ihrer ersten Form, lediglich auf die
mobilmachungsmäßige Vorbereitung der Fliegerbodenorganisationen (Anlage von
E-Häfen) und den zivilen Luftschutz beschränkt, seit dem 1. April 1936. Zunächst
nummeriert, erhielten die Luftgaue dann arabische Ziffern:
2 Stettin errichtet am 01.10.1937
3 Hamburg errichtet am 01.04.1937
4 Berlin errichtet am 01.04.1936
6 Breslau errichtet am 01.04.1936
7 Dresden errichtet am 01.04.1936
8 Weimar errichtet am 01.04.1937
9 Hannover errichtet am 01.04.1936 - wurde am 01.09.1936 verst. Luftgau
Braunschweig und am 06.10.1936 Luftkreis VII; neu am 01.04.1937
10 Münster errichtet am 01.04.1936
11 Gießen errichtet am 01.04.1937
13 Nürnberg errichtet am 01.04.1937
14 München errichtet am 01.04.1936
15 Stuttgart errichtet am 01.04.1936
Die Luftgaue erhielten am 12. Oktober 1937 römische Ziffern. Ihre Bereiche
deckten sich nunmehr mit denen der zahlenmäßig entsprechenden Wehrkreise des
Heeres. Mit Umwandlung der Luftkreiskommandos in Luftwaffengruppenkommandos am
4. Februar 1938 änderten sich wiederum die Unterstellungsverhältnisse der
Luftgaue, auch wurde im Verlauf des Jahres 1938 ihre Deckung mit den Wehrkreisen
etwas eingeschränkt.
Luftgau-Kommando II Stettin (fr. 2) im Luftkreis 2, am 01.04.1938 aufgelöst (zu
III)
Luftgau-Kommando III Berlin (fr. 4) im Luftkreis 2 sp. Lw.Gru.Kdo. 1
Luftgau-Kommando IV Dresden (fr. 7) im Luftkreis 3 sp. Lw.Gru.Kdo 1
Luftgau-Kommando V Stuttgart (fr. 15) im Luftkreis 5 sp. Lw.Gru.Kdo. 3
Luftgau-Kommando VI Münster (fr. 10) im Luftkreis 4 sp. Lw.Gru.Kdo. 2
Luftgau-Kommando VII München (fr. 14) im Luftkreis 5 sp. Lw.Gru.Kdo. 3
Luftgau-Kommando VIII Breslau (fr. 6) im Luftkreis 3 sp. Lw.Gru.Kdo. 1
Luftgau-Kommando IX Weimar [fr. 8] im Luftkreis 3, am 01.04.1938 aufgelöst (zu
IV)
Luftgau-Kommando X Hamburg (fr. 3) im Luftkreis 7 sp. Lw.Gru.Kdo. 2
Luftgau-Kommando XI Hannover (fr. 9) im Luftkreis 7, sp. Lw.Gru.Kdo. 2
Luftgau-Kommando XII Gießen, ab 01.04.1938 Wiesbaden (fr. 11) im Luftkreis 4 sp.
Lw.Gru.Kdo. 3
Luftgau-Kommando XIII Nürnberg (fr. 13) im Luftkreis 5 sp. Lw.Gru.Kdo. 3
Die Luftgaue V Stuttgart und X Hamburg wurden am 30. Juni 1938 aufgehoben und
mit VII München bzw. XI Hannover vereinigt. Als Neubildung kamen hinzu:
Luftgau-Kommando I Königsberg unter Lw.Kdo. Ostpreußen am 01.08.1938
Luftgau-Kommando XVII Wien unter Lw.Kdo. Österreich am 01.07.1938
Am 1. Juli 1938 erfolgte eine völlige Umgestaltung der Aufgaben der Luftgaue.
Die Befehlshaber im Luftgau erhielten die Befugnisse eines Kommandierenden
Generals. Ihnen wurde Unterstellt:
die gesamten Flieger-Boden-Organisationen,
die leichten Jagdverbände,
die gesamte Flak unter Auflösung der Höheren Flak-Kommandeure,
der Flugmeldedienst,
der Luftschutz,
und der Nachschub (einschl. Fliegerschulen und Flieger-Ersatz-Abteilungen).
Als letzte Veränderung vor dem Kriege wurde am 1. April 1939 das Lw.Kdo.
Ostpreußen und damit auch der Luftgau I der Luftflotte 1 Berlin unterstellt.
Infolge der Besetzung des Protektorats schied der Luftgau VIII aus der
Luftflotte 1 aus und trat zur Luftflotte 4 Wien über.
Gleichzeitig wurden Erfordernisse der Luftverteidigung entsprechend auch die
territorialen Bereiche mehrere Luftgaue (und damit auch der Luftflotten)
geändert.
So kam Mecklenburg, das nördliche Vorpommern und die Priegnitz zum Luftgau XI,
die Lausitz und Niederschlesien sowie der südliche Teil der Provinz Sachsen zum
Luftgau IV, Tirol und Vorarlberg zum Luftgau VII.
Die territoriale Anpassung an die Wehrkreise des Heeres war damit für die
bestehend bleibenden 10 Luftgaue (I, III, IV, VI, VII, VIII, XI, XII, XIII,
XVII) endgültig aufgegeben.
Die territoriale Einteilung der Luftwaffe in Landkarten
Luftgaue:
Feldluftgaue:
| Feldluftgau-Kommando XXV | Feldluftgau-Kommando XXVI | Feldluftgau-Kommando XXVII |
| Feldluftgau-Kommando XXVIII | Feldluftgau-Kommando XXIX | Feldluftgau-Kommando XXX |