Landesschützen-Regiment 3/XI
Landesschützen-Regimentsstab z.b.V. 113
Sicherungs-Regimentsstab 113
Sicherungs-Regiment 113

 

Feldpostnummern: Das III. Bataillon des Regiments wurde am 6. Dezember 1944 gestrichen.

Einheit Feldpostnummer
Regimentsstab 06275
Stab I. Bataillon ab 42/43 30188 A
1. Kompanie ab 42/43 30188 B
2. Kompanie ab 42/43 30188 C
3. Kompanie ab 42/43 30188 D
4. Kompanie ab 42/43 30188 E
Stab II. Bataillon ab 42/43 45105 A bis 1943

ab 1943 45105

5. Kompanie ab 42/43 45105 B bis 1943

ab 1943 56325

6. Kompanie

ab 42/43 45105 C bis 1943

ab 1943 58963

7. Kompanie ab 42/43 45105 D bis 1943

ab 1943 59312

8. Kompanie ab 42/43 45105 E bis 1943

ab 1943 59885

Stab III. Bataillon ab 42/43 30814 A
9. Kompanie ab 42/43 30814 B
10. Kompanie

ab 42/43 30814 C

11. Kompanie ab 42/43 30814 D
12. Kompanie ab 42/43 30814 E
14. Kompanie ab 42/43 48393

Das Landesschützen-Regiment 3/XI wurde bei der Mobilmachung am 26. August 1939 in Burg bei Magdeburg, im Wehrkreis XI, aufgestellt. Das Regiment wurde nur als Stab z.b.V. aufgestellt. Es wurde anfangs im Westen eingesetzt. Am 1. April 1940 wurde der Stab in Landesschützen-Regiment 113 umbenannt. Gegen Ende des Frühjahrs 1940 wurde der Stab in die Niederlande verlegt. Ab dem 1. Juli 1940 wurde der Stab beim Militärverwaltungsbezirk A in Nordfrankreich eingesetzt. Ab dem 1. April 1941 wurde der Stab der 285. Sicherungs-Division unterstellt und in den Osten verlegt. Mit dieser Division wurde der Stab dann später in Nordrussland eingesetzt. Im Sommer 1941 unterstehen dem Stab Sicherungs-Regiment 113 eine Anzahl selbständiger Landesschützen-Bataillone mit verschiedenen Bataillonsnummern, so die Landesschützen-Bataillone 853, 941 und 972. Das Landesschützen-Bataillon 853 rekrutierte sich dabei aus Österreichern, das Landesschützen-Bataillon 941 angeblich aus Westfalen und Rheinländern und das Landesschützen-Bataillon 972 aus Hessen. Außerdem unterstand ihm noch das Wach-Bataillon 659, welches in Komorowo, aufgestellt wurde und 5 Kompanien umfasste. Das Regiment wurde ab August 1941 für Sicherungsaufgaben im Raum Pljussa eingesetzt. Im Januar 1942 werden die Bataillone des Regiments zur Abriegelung gegen die Feindkräfte herangezogen, die über den Wolchow vorgestoßen sind. Sie erfüllen ihre Aufgabe ausgezeichnet und verdienen sich lobende Erwähnung in Tagesbefehlen vorgesetzter Stäbe. Als es zum Angriff gegen den Feind im Wolchow-Kessel geht, sind die Landesschützen-Bataillone mit dabei. Immer mit im Sturm kämpfen sie sich gegen zähen Widerstand durch die Sümpfe. Nach Ausräumung des Wolchow-Kessels kehren die Bataillone für Sicherungsaufgaben zur 285. Sicherungs-Division nach Kuga zurück. Am 1. Juni 1942 wurde der Stab in Sicherungs-Regiment 113 umbenannt. Am 22. Oktober 1942 wurde der Stab zum kompletten Regiment ausgebaut. Dazu bildete das Sicherungs-Bataillon 853 das I. Bataillon, das Sicherungs-Bataillon 941 das II. Bataillon und das Sicherungs-Bataillon 972 das III. Bataillon. Aus Personalabgaben der drei Bataillone wird in Luga zwischen November 1942 und März 1943 die mit Infanterie- und Panzerabwehrgeschützen ausgerüstete 13. Kompanie aufgestellt. Von Ende 1942 bis März 1944 ist das Regiment, meist mit einzelnen Bataillonen, im Fronteinsatz. Dabei wurde er es unter der 18. Infanterie-Division (motorisiert) bei Staraja Russa (Penna), unter der 5. Jäger-Division bei Ramuschewo und unter der 93. Infanterie-Division bei Bahnhof Loknja eingesetzt. Hier fällt, als der Feind bis zum Gefechtsstand des Regiments durchbricht, der erfahrene Kommandeur, Oberst Kraut, der später im Ehrenblatt des Heeres genant wird. Nach Einsätzen bei Ssebesch nimmt das Regiment im Herbst 1943 an den Kämpfen im Einbruchsraum Newel und an Bandenbekämpfungen in diesem Raum teil. Nach Sicherungsaufträgen, zum Beispiel an der Bahnlinie Pleskau – Dno, zu Beginn des Jahres 1944 sammelt das Regiment im März 1944 an der estnischen Küste bei Kunda und übernimmt hier bis Juni 1944 den Küstenschutz. Danach kommt es wieder zum Fronteinsatz, jetzt an der Narwa bei Putki unter der ostpreußischen 11. Infanterie-Division, wo es sich in Abwehr und Gegenangriff erneut bewährt. 1944 war das Regiment im Raum Narwa im Einsatz. Im August 1944 wurde die 285. Sicherungs-Division aufgelöst. Das Regiment wurde aber der 207. Sicherungs-Division unterstellt. Am 18. September 1944 schlägt die Schicksalsstunde für das Regiment, als die Räumung Estlands beginnt. Die erforderlichen Absetzbewegungen führt das Regiment im Verein mit estnischen Einheiten durch und erreicht am 19. September 1944 abends Tutulinna. Der Russe hat inzwischen Durchbrüche erzielt und versperrt den Einheiten des Sicherungs-Regiment den Weg zu den erkundeten Stellungen. Nachdem am 20. September 1944 seine Durchbruchsversuche mit Unterstützung von estnischen Einheiten bei Avinurme gescheitert waren, versuchte der Regiment unter Führung von Major Prinz zur Lippe, sich durchzuschlagen. Bei einem Zusammenstoß mit russischen Panzern wird dieser verwundet und gerät mit großen Teilen des Regimentes in Gefangenschaft. Wegen seiner Verwundung konnte er nicht mehr an den Durchbruchsversuchen teilnehmen. Etwa 60 – 70 Soldaten, vorwiegend der SS, darunter Major Dr. Happel, Hauptmann Lansemann und Hauptmann Horstmann, kämpfen sich weiter zurück. Dabei wird der Haufen weiter dezimiert, zum Teil durch Versprengungen und Tod. Auch Lansemann geht verloren; später war zu erfahren, dass er schwer verwundet wurde und starb. Bei dem Durchbruch über die Bahnlinie bei Taps und der darauf einsetzenden Verfolgung stürzt, wahrscheinlich verwundet, Major Dr. Happel und gerät in russische Gefangenschaft. Wenigen gelingt es, sich durchzuschlagen. Hauptmann Horstmann kommt nach einer abenteuerlichen Flucht auf einem Boot über den Rigaer Meerbusen nach Kurland, als die Front dort schon steht. Kleinere Teile, denen es gelingt, noch vorher motorisiert die Straße Wesenberg – Taps zu erreichen, können sich der Gefangenschaft entziehen und erreichen über Riga noch rechtzeitig Kurland. Mit den Resten des Sicherungs-Regiment 94 und von Stab und Regimentseinheiten des Grenadier-Regiment 374 wurde das Regiment wieder aufgefüllt und teilweise neu aufgestellt. Das Regiment tritt jetzt zum Stab z.b.V. 207, dem früheren Stab 207. Sicherungs-Division unter Generalleutnant Geork. Der Stab ist am 2. Oktober 1944 nach Sassmaken bei Talsen gekommen. Nach Warten und Erkundungen ergeht Befehl zum Einsatz im Küstenschutz an der Westküste Kurlands südlich Windau. Der Divisionsabschnitt reicht vom Festungsbereich Windau im Norden bis etwa nach Zvejas im Süden. Das gelöschte Leuchtfeuer von Pumpevi ist die Mitte. Außerdem Sicherungs-Regiment 113 unterstehen dem Stab z.b.V. 207 weitere Bataillone, Alarmeinheiten und einige Artillerie. Am 19. Oktober 1944 wird der Verband verlegt und übernimmt gleiche Aufgaben an der Ostküste zwischen Upesgriva und Zveene nordwestlich Roja. Hier verfügt der Stab z.b.V. 207 über zwei Sicherungs-Regimenter, einige Bataillone von Magenkranken („Magenbataillone“), Sondereinheiten und etwas Beuteartillerie. Im Februar 1945 wird im Zusammenhang mit dem Stab z.b.V. 207 als artilleristisches Rückgrat die der Division unterstellte Heeres-Artillerie-Abteilung 708, Hauptmann Rademacher, genannt. Ende 1944 wurde das III. Bataillon beim Regiment aufgelöst.
Das Regiment war gegen Ende des Krieges in Kurland im Einsatz und unterstand auch teilweise der Division z.b.V. 300. Das Sicherungs-Regiment 113 geriet mit dem Stab z.b.V. 207 nach der Kapitulation in russische Gefangenschaft.

Für die Ersatzgestellung des Regiments war das Landesschützen-Ersatz-Bataillon 11 zuständig.

Regimentskommandeure:

Oberst Wilhelm Kraut (1942), (1943)

Major Prinz zur Lippe (1944)