XVIII. Armeekorps (18.)

 

1. Einsatz und Unterstellung

Das XVIII. Armeekorps wurde nach dem Anschluss Österreichs am 1. April 1938 in Salzburg, im Wehrkreis XVIII, aufgestellt. Das Generalkommando wurde als territorialer Stab für den neuen Wehrkreis XVIII gebildet. Dadurch wurde dann der Kommandierende General bis zur Mobilmachung auch zum Befehlshaber vom Wehrkreis XVIII ernannt. Das Generalkommando wurde bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 mobilisiert. Dabei bildete es am alten Standort das Stellvertretende Generalkommando XVIII. Armeekorps. Im Rahmen der 14. Armee nahm das Korps am Polenfeldzug teil. Auftrag des Korps der Vormarsch durch die Karpathen auf Lemberg. Hierzu trat das Korps mit der 3. Gebirgs-Division, der 2. Panzer-Division und der 4. leichten Division am 1. September 1939 aus dem Raum nördlich des Westendes der Hohen Tatra, beiderseits um Trstena an und warf die polnischen Grenztruppen bis zum Abend des 2. September bis in die Linie Nowy Targ (Neumarkt) - Rabka - Jordanow zurück. Am 2. September 1939 gab das Korps das Kommando über die unterstellten Einheiten ab. Der Korpsstab verlegte in den Raum östlich der Hohen Tatra und übernahm hier das Kommando über die 1. und 2. Gebirgs-Division und stellte sich mit diesen zum Angriff über Neu Sandez auf Tarnow bereit. Die 2. Gebirgs-Division stieß daraufhin am 3. September auf Kroscienko vor, erreichte am 5. September Neu Sandez und überschritt am 6. September den Dunajec. Die 1. Gebirgs-Division verlegte derweilen nach Bardejow. Die 2. Gebirgs-Division drehte nun nach Osten ab und nahm am 8. September Jaslo. Das Korps erhielt nun den Auftrag, den weichenden Gegner zu Verfolgen und ein erneutes Festsetzen zu verhindern. Nächstes Ziel war Sambor (südostwärts von Przemysl). Am 9. September erreichte die 1. Gebirgs-Division den San. Am Folgetag erreichte die 2. Gebirgs-Division bei Jablonica-Polska ebenfalls den San. Am 9. September wurde die ebenfalls nach Sanok marschierte 3. Gebirgs-Division ebenfalls dem Korps unterstellt. Die 2. Gebirgs-Division stieß anschließend im weiteren Vormarsch bei Bircza - Lodzinka Grn. auf starken polnischen Widerstand, so dass es am 11. und 12. September zu schweren Kämpfen kam. Am 12. September erreichte schließlich die 1. Gebirgs-Division Lemberg. Einen Tag später schied die 3. Gebirgs-Division aus dem Korpsrahmen aus. In den Folgetagen verstärkte das Korps seine Truppen bei Lemberg und verhinderte den Durchbruch polnischer Verbände an der Grodeker Seenlinie in Richtung Lemberg. Dabei kam es zu schweren Kämpfen, bei denen es polnischen Truppen gelang, den Einschließungsring zu durchbrechen und auf Janow vorzustoßen. Bis zum 20. September dauerten diese Kämpfe, die erst mit dem Einmarsch der russischen Truppen in Lemberg endeten.
Am 16. September 1939 wurden dem Korps noch die 5. Panzer-Division und die SS-Standarte "Germania" unterstellt, mit denen es das Erdölgebiet von Drchobycz und Boryslaw sowie Stanislau und Tarnopol besetzen sollte. Im Laufe des 17. und 19. September wurde das Erdölgebiet bis zum Stryj-Fluss besetzt. Stanislau und Tarnopol wurden nicht mehr genommen, da sie auf der russischen Seite der Demarkationslinie lagen.

Am 30. Oktober 1940 wurde die Quartiermeister-Abteilung und große Teile an das XXXXIX. Gebirgskorps abgegeben. Am 1. November 1940 in die Heimat zur Wiederaufstellung als XVIII. Gebirgskorps verlegt.

 

1939

Datum Armee Heeresgruppe Ort
1. September 14. Armee Süd Galizien, Lemberg
21. Oktober 12. Armee A Eifel

1940

Datum Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar 12. Armee A Eifel, Aisne
Juni 9. Armee B Aisne
30. Juni 12. Armee C Frankreich
12. September 1. Armee C Ostfrankreich

 

2. Kommandierende Generale:

General der Infanterie Eugen Beyer Aufstellung - 5. Juni 1940

Generalleutnant Hermann Ritter von Speck 5. Juni 1940 - 15. Juni 1940 m.st.F.b.

General der Gebirgstruppe Franz Böhme 15. Juni 1940 - Umbenennung

 

Chef des Generalstabes:

Generalmajor Rudolf Konrad Aufstellung - 8. Februar 1940

Oberst i.G. Hubert Lanz 15. Februar 1940 - 25. Oktober 1940

Oberst i.G. Max Pemsel 25. Oktober 1940 - Umbenennung

 

1. Generalstabsoffizier (Ia):

Oberst i.G. Erich Hofmann Aufstellung - 15. Oktober 1939

Oberst i.G. Max Pemsel 15. Oktober 1939 - 25. Oktober 1940

Major i.G. Franz Jais 25. Oktober 1940 - Umbenennung

 

3. Gliederung

1. September 1939

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen
3. Gebirgs-Division

4. leichte Division

2. Panzer-Division

Pionier-Regiments-Stab z.b.V. 620

Pionier-Bataillon 85

Bau-Bataillon 39
Bau-Bataillon 21
Bau-Bataillon 2
Bau-Bataillon 127
Straßen-Bau-Bataillon 523
leichtes Straßen-Bau-Bataillon 627

Flak-Abteilung 92
Flak-Abteilung 94

Korps-Nachrichten-Abteilung 70

Korps-Kartenstelle 418

Feldgendarmerie-Trupp 418

Korps-Nachschubtruppen 418

 

24. November 1939

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen
3. Gebirgs-Division

2. Gebirgs-Division

5. Infanterie-Division

1. Gebirgs-Division

schwere Artillerie-Abteilung 602
schwere Artillerie-Abteilung 601

Beobachtungs-Abteilung 38

Arko 109

Korps-Nachrichten-Abteilung 70

Korps-Kartenstelle 418

Feldgendarmerie-Trupp 418

Korps-Nachschubtruppen 418

 

29. April 1940

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen

1. Gebirgs-Division

5. Infanterie-Division

21. Infanterie-Division

25. Infanterie-Division

 

Artillerie-Regiments-Stab 610 (AOK-Reserve) mit
Beobachtungs-Abteilung 38
Artillerie-Abteilung 601
Artillerie-Abteilung 101
II. / Artillerie-Regiment 41

Artillerie-Regiments-Stab 619 (OKH-Reserve) mit
IV. / Artillerie-Regiment 269
IV. / Artillerie-Regiment 263
IV. / Artillerie-Regiment 253

Artillerie-Abteilung 745
Artillerie-Regiment 41
I. / Artillerie-Regiment 231

Pionier-Regiments-Stab 628 mit
Brückenkolonne B 628

Brückenkolonne B 668
Brückenkolonne B 667
Brückenkolonne B 664

Arko 109

Arko 132 (bei 1. Geb.Div.)

Korps-Nachrichten-Abteilung 70

Korps-Kartenstelle 418

Feldgendarmerie-Trupp 418

Korps-Nachschubtruppen 418

 

5. Juni 1940

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen
290. Infanterie-Division

81. Infanterie-Division

25. Infanterie-Division

Artillerie-Regiments-Stab 619
Beobachtungs-Abteilung 13
Beobachtungs-Abteilung 5
IV. / Artillerie-Regiment 269
I. / Artillerie-Regiment 231
schwere Artillerie-Abteilung 101
II. / Artillerie-Regiment 58
IV. / Artillerie-Regiment 260
II. / Artillerie-Regiment 109

Pionier-Regiments-Stab 628
Pionier-Bataillon 215
Brückenkolonne B 54
Brückenkolonne B 645
Brückenkolonne B 442
1. / Brückenkolonne B 404

Arko 108

Arko 109

Korps-Nachrichten-Abteilung 70

Korps-Kartenstelle 418

Feldgendarmerie-Trupp 418

Korps-Nachschubtruppen 418

 

2. August 1940

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen
260. Infanterie-Division

23. Infanterie-Division

21. Infanterie-Division

5. Infanterie-Division

Beobachtungs-Abteilung 23
Beobachtungs-Abteilung 21
Beobachtungs-Abteilung 5

Artillerie-Abteilung 809
Artillerie-Abteilung 817
IV. / Artillerie-Regiment 268

Pionier-Bataillon 653
Pionier-Bataillon 23
Pionier-Bataillon 5

Arko 109

Korps-Nachrichten-Abteilung 70

Korps-Kartenstelle 418

Feldgendarmerie-Trupp 418

Korps-Nachschubtruppen 418

 

 

4. Ersatz:

Für die Ersatzgestellung des Stabes war das Gebirgsjäger-Ersatz-Bataillon 137, später Gebirgsjäger-Ersatz-Bataillon I./137, zuständig.