75. Infanterie-Division

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1. Einsatz und Unterstellung:

Die 75. Infanterie-Division wurde am 26. August 1939 als Division 2. Welle durch die 12 .Infanterie-Division aufgestellt. Nach der erfolgten Aufstellung wurde die Division Armeereserve des AOK 1 und im Oktober 1939 zur Grenzsicherung in die Saarpfalz und später in den Raum Saarbrücken verlegt. Hier verblieb die Division auch während der ersten Phase des Westfeldzuges. Beim Angriff der 1. Armee gegen die Maginotlinie im Juni 1940 stieß die Division nach Durchbruch durch die Befestigungslinien in das Gebiet südlich von Baccarat und nordöstlich von Epinal vor. Nach der französischen Kapitulation wurde die Division bereits im Juli 1940 nach Polen verlegt. Am 8. Oktober 1940 wurde ein Drittel der Division (Stab/222, I./172, I./202, I./222) an die 302. Infanterie-Division abgegeben, die Teile wurden ersetzt. Ab dem 22. Juni 1941 nahm die Division am Rußlandfeldzug teil. Aus dem Gebiet westlich von Sokal überschritt die Division den Bug, kämpfte sich durch die Ukraine über Dubno und den Teterew bis in das Kampfgebiet um Kiew. Nach der Kesselschlacht um Kiew drehte die Division zum Donez in das Gebiet südlich von Belgorod ab. In diesem Raum kämpfte die Division bis Juni 1942. Anschließend nahm die Division an der deutschen Offensive zur Wolga teil. Aus dem Gebiet um Starij Oskol stieß die Division bis zum Don bei Korotojask vor und grub sich hier ein. Ab September 1942 nahm die Division an den Stellungs- und Abwehrkämpfen um Woronesch teil, die bis Februar 1943 andauerten. Während der folgenden Absetzbewegungen marschierte die Division über Starij Oskol in den Raum Ssumy. Dabei kam es zu schweren Kämpfen um BoromljaSchablennoje und am Psiol-Abschnitt. Zwischen April und Juni folgten Abwehrkämpfe beiderseits Ssumy. Nach kurzer Auffrischung ging es bis westlich Belgorod und Winniza zurück. Bei der Umstellung der Division in eine Division neue Art am 2. Oktober 1943 wurden die Bataillone I./172, II./202 und II./222 aufgelöst, die III. Bataillone nahmen ihre Stelle ein. Es folgten die schweren Kämpfe um Tscherkassy, bei denen die Division schließlich bis auf Kampfgruppenstärke zusammenschmolz. Ende März / Anfang April 1944 stand die Division südlich des Dnjestr im "Hube-Kessel". Nach dem Ausbruch aus dem Kessel gelangte die Division in den Raum Buczacz. Der weitere Rückzug führte die Division über den Sereth, die Stryba, den Dnjestr und von hier aus im August 1944 in die Karpaten. Ab Oktober 1944 ging die Division in die Beskiden zurück. Hier stand die Division am Jahreswechsel 1944/45. Ab Februar 1945 zog sich die Division dann nach Oberschlesien zurück. Die verbleibende Divisions-Kampfgruppe gelangten nach Böhmen-Mähren und schließlich im April 1945 nach Mährisch-Ostrau. Hier wurde die Division zerschlagen, die Reste auf andere Divisionen verteilt.

 

1939

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
11. September z. Vfg. 1. Armee C Saarpfalz
14. September XII 1. Armee C Saarpfalz

 

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar XII 1. Armee C Saarpfalz
16. Juli III 18. Armee   Polen
September III 12. Armee B Polen

 

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar III 17. Armee B Polen
Mai III 6. Armee A Polen
4. Mai LV 6. Armee Süd Polen
10. Mai XXXXVIII 6. Armee Süd Polen
24. Juni LV 6. Armee Süd Cholm, Kiew
25. Juli XXIX 6. Armee Süd Cholm, Kiew
7. August LV 6. Armee Süd Cholm, Kiew
9. August XXIX 6. Armee Süd Kiew, Belgorod

 

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar XXIX 6. Armee Süd Belgorod
6. Juli VIII 6. Armee Süd Belgorod
10. Juli XVII 6. Armee Süd Belgorod
19. Juli VII 2. Armee Süd Belgorod
26. Juli z. Vfg.   Süd Belgorod
29. Juli z. Vfg. 2. Armee Süd Belgorod
5. August (Gruppe Blüm)      
24. August VII 2. Armee Süd Woronesh

 

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar VII 2. Armee Süd Woronesch
März VII 2. Armee Mitte Sumy / Kursk
August VII 4.Panzerarmee Süd Belgorod, Kiew, Shitomir

 

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar VII 4. Panzerarmee Süd Winniza
Februar VII 1. Panzerarmee Süd Tscherkassy
März VII 8. Armee Süd Tscherkassy
April (Kgr) XXXXVI 1. Panzerarmee Nordukraine Brody
Mai XXIV 1. Panzerarmee Nordukraine Brody
August XI 1. Panzerarmee Nordukraine Karpaten
September XXIV 1. Panzerarmee Nordukraine Karpaten
Oktober XXIV 1. Panzerarmee A Beskiden
November XI 1. Panzerarmee A Beskiden

 

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XI 1. Panzerarmee A Beskiden
Februar LIX 1. Panzerarmee Mitte Oberschlesien
April z. Vfg. 1. Panzerarmee Mitte Mährisch Ostrau

 

2. Divisionskommandeure:

1. September 1939 Generalleutnant Ernst Hammer

5. September 1942 Generalleutnant Erich Diestel

15. September 1942 Generalleutnant Helmuth Beukemann

10. Juli 1944 Generalmajor Karl Arning

6. April 1945 Generalmajor Lothar Berger

 

3. Gliederung:

75. Infanterie-Division 1939:

Infanterie-Regiment 172

Infanterie-Regiment 202

Infanterie-Regiment 222

Artillerie-Regiment 175

Pionier-Bataillon 175

Panzerabwehr-Abteilung 175

Aufklärungs-Abteilung 175

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 175

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 175

 

75. Infanterie-Division 1944:

Grenadier-Regiment 172

Füsilier-Regiment 202

Grenadier-Regiment 222

Feldersatz-Bataillon 175

Divisions-Füsilier-Regiment 75

Artillerie-Regiment 175

Pionier-Bataillon 175

Panzerjäger-Abteilung 175

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 175

Kommandeur der Infanterie-Divisions-Nachschubtruppen 175

 

4. Literatur und Quellen:

Werner Kiesel: Das Infanterie-Regiment 172 1939 - 1945, Bad Oldesloe 1988

 

Erinnerungsblätter des ehem. Grenadier-Regiments 222 (2 Hefte), 1956 + 1960

 

Alfred Völz: Aufklärungs-Abteilung 175, Selbstverlag 1983

 

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 6: Die Landstreitkräfte. Nr. 71-130. 2. Auflage. Osnabrück 1979


Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen, 3 Bände, Podzun-Verlag


Schematische Kriegsgliederungen 1939 - 1945 BA/MA RH 2/348 bis RH 2/355; RH 2/356K und R 2/769
Kriegstagebücher und sonstige Unterlagen BA/MA RH 26-75/
Kriegsgliederungen der 2. Armee RH 20-2/
Kriegsgliederungen der 6. Armee RH 20-6/


Divisionsschicksale - Deutsches Rotes Kreuz - Erarbeitet vom Suchdienst des DRK München, München 1958 - 1960, Band 1 und 2

 

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Das 4. Geschütz der 5. Batterie des Artillerie-Regiments 175 auf dem Marsch zwischen Rambersville und Bruyeres. Der Batterie-Chef der 5. Batterie, Hauptmann Reutter.
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Französische Geschütze auf der Flucht zurückgelassen. Beschossener Bunker der Maginot-Linie.