269. Infanterie-Division

1. Einsatz und Unterstellung:
Die 269. Infanterie-Division wurde am 26. August 1939 im Wehrkreis X als Division 4. Welle aus den Ergänzungseinheiten des Wehrkreises X aufgestellt. Nach beendeter Aufstellung wurde die Division in das Protektorat Böhmen und Mähren verlegt. Noch im September 1939 folgte die weitere Verlegung in den Westen und im Oktober 1939 in den Raum Aachen. Aus dem Raum Aachen nahm die Division dann am Westfeldzug teil. Als Armee-Reserve der 6. Armee überquerte sie die Maas und erreichte den Raum südlich von Namur. Während des zweiten Teils des Westfeldzuges, der "Schlacht um Frankreich" marschierte die Division, immer noch Armee-Reserve, östlich an Reims vorbei bis in den Raum Dijon. Nach Beendigung des Westfeldzuges folgte die Verlegung nach Dänemark, wo die Division bis April 1941 als Besatzungstruppe verblieb. Am 28. September 1940 Abgabe eines Drittels der Division an die 131. Infanterie-Division. (Stab/469, III./469, III./489, III./490, III./AR 269). Im April 1941 wurde die Division nach Osten verlegt und im Raum Tauroggen untergebracht. Ab dem 22. Juni 1941 nahm die Division am Rußlandfeldzug teil. Sie marschierte über die Dubyssa, Jakobstadt, Ostrow, Pleskau, Sapolje in den Raum Luga und von hier aus über Krassnowardeissk in den Raum südlich des Ladogasees. In der ersten Hälfte des Jahres 1942 kämpfte die Division am Wolchow- und am Pogostjekessel. Anschließend wurde sie zwischen Leningrad und Wolchow eingesetzt. Am 2. Dezember 1942 wurde das Grenadier-Regiment 490 aufgelöst, die Reste auf die Division verteilt. Im Dezember 1942 wurde die Division als Besatzungstruppe nach Norwegen verlegt. Nach der Verlegung nach Norwegen blieben die IV./AR 269 und alle Versorgungseinheiten vor Leningrad zurück und traten zur 69. Infanterie-Division über. Dafür übernahm die Division die Versorgungseinheiten der 69. Infanterie-Division in Norwegen. Im Oktober 1944 wurde die Division aus Norwegen in die Vogesen verlegt und bis Dezember 1944 an der Front bei Lepuix und Delle eingesetzt. Die anschließenden Rückzugskämpfe brachten die Division über Schlettstadt nach Kolmar. Im Januar 1945 wurde die Division im Eiltransport an die Oder verlegt und im Raum Breslau eingesetzt. Hier wurde sie in Kampfgruppen aufgegliedert und getrennt eingesetzt. Eine Kampfgruppe wurde in Breslau eingeschlossen und vernichtet. Eine zweite Kampfgruppe geriet im April 1945 bei Ohlau in Gefangenschaft, eine dritte konnte sich bis ins Erzgebirge zurückkämpfen, wo sie bei Kriegsende ebenfalls in Gefangenschaft geriet.
1939
| Datum | Armeekorps | Armee | Heeresgruppe | Ort |
| September | XXVII | 5. Armee | C | Eifel |
| Oktober | XXVII | 4. Armee | B | Niederrhein |
| Dezember | XXVII | 6. Armee | B | Niederrhein |
1940
| Datum | Armeekorps | Armee | Heeresgruppe | Ort |
| Januar | XXVII | 6. Armee | B | Niederrhein |
| Juni | z. Vfg. | A | Niederlande | |
| Juli | nach Dänemark | Frankreich | ||
| August | Besatzung Dänemark | Dijon, Dänemark | ||
| November | XX | 11. Armee | C | Dänemark |
1941
| Datum | Armeekorps | Armee | Heeresgruppe | Ort |
| Januar | XX | 11. Armee | C | Dänemark |
| April | I | 18. Armee | B | Ostpreußen |
| Mai | XXVI | 18. Armee | C | Ostpreußen |
| Juni | I | 18. Armee | Nord | Kurland |
| Juli | XXXXI | 4. Panzergruppe | Nord | Pleskau |
| August | LVI | 4. Panzergruppe | Nord | Leningrad |
| September | L | 4. Panzergruppe | Nord | Leningrad |
| Oktober | L | 18.Armee | Nord | Leningrad |
1942
| Datum | Armeekorps | Armee | Heeresgruppe | Ort |
| Januar | XXVIII | 18. Armee | Nord | Ladoga-See |
| November | z. Vfg. | 18. Armee | Nord | Leningrad |
| Dezember | LXX | Norwegen | Norwegen |
1943
| Datum | Armeekorps | Armee | Heeresgruppe | Ort |
| Januar | LXX | Norwegen | Norwegen |
1944
| Datum | Armeekorps | Armee | Heeresgruppe | Ort |
| Januar | LXX | Norwegen | Norwegen | |
| Oktober | z. Vfg. | Norwegen | Norwegen | |
| November | IV. Lw. | 19. Armee | G | Vogesen |
| Dezember | LXXXX | 19. Armee | G | Vogesen |
1945
| Datum | Armeekorps | Armee | Heeresgruppe | Ort |
| Januar | LXIII | 19. Armee | Oberrhein | Kolmar |
| Februar (Kgr.) | XXXXVIII | 17. Armee | Mitte | Breslau |
| April (Kgr) | XVII | 17. Armee | Mitte | Ohlau |
| Mai | GD | 4. Panzerarmee | Mitte | Erzgebirge |
2. Divisionskommandeure:
1. September 1939 General der Artillerie Ernst-Eberhard Hell
12. August 1940 Generalleutnant Wolfgang Edler Herr und Freiherr von Plotho
1. April 1941 General der Infanterie Ernst von Leyser
1. September 1942 Generalleutnant Kurt Badinski
25. November 1943 Generalleutnant Hans Wagner
3.Gliederung:
Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 269
Infanterie-Divisions-Nachschubführer 269
4. Literatur und Quellen:
Helmut Römhild: Geschichte der 269. Infanterie-Division, Podzun-Pallas-Verlag, Dorheim 1967
Bruno Wegener: Die Brücke. Bilder und Skizzen zum Weg des Grenadier-Regiments 469, Selbstverlag, Hamburg 1971
Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im
Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 8: Die Landstreitkräfte Nr. 201-280, 2.
Auflage, Osnabrück 1973
Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen, 3 Bände, Podzun-Pallas-Verlag
Divisionsschicksale - Deutsches Rotes Kreuz - Erarbeitet vom Suchdienst des DRK München, München 1958 - 1960, Band 1 und 2
Schematische Kriegsgliederungen 1939 - 1945 BA/MA RH 2/348 bis RH 2/355; RH
2/356K und R 2/769
Kriegstagebücher und sonstige Unterlagen BA/MA RH 26-269/
Kriegsgliederungen der 18. Armee RH 20-18/
Kriegsgliederungen der 19. Armee RH 20-19/