256. Infanterie-Division

 

1. Einsatz und Unterstellung:

Die 256. Infanterie-Division wurde am 26. August 1939 als Division 4. Welle aus den Ergänzungseinheiten des Wehrkreises IV und zu einem Drittel des Wehrkreises XIII aufgestellt. Nach beendeter Aufstellung wurde die Division Besatzungstruppe im Protektorat Böhmen - Mähren und im November 1939 OKH-Reserve im Raum Lippstadt. Bei Beginn des Westfeldzuges am 10. Mai 1940 stieß die Division aus dem Raum Kleve zur Maas bei Gennep vor. Anschließend marschierte sie über Antwerpen in den Raum um Nieuport und kämpfte bei Dünkirchen zwischen Nieuport und dem Kanal. Nach Abschluß der dortigen Kämpfe verblieb die Division als Besatzungstruppe in diesem Raum und verlegte nach Beendigung der Kämpfe in Frankreich in die Bretagne. Am 20. November 1940 Abgabe eines Drittels der Division an die 291. Infanterie-Division. (Stab/456, III./456, III./476, III./481, III./AR 256). Die Abgaben wurden ersetzt. Im Februar 1941 folgte die Verlegung nach Nordpolen und im Mai 1941 in den Suwalkizipfel. Von hier aus nahm die Division ab dem 22. Juni 1941 am Rußlandfeldzug teil und stieß bis in den Raum Polozk vor. Anschließend marschierte sie über Newel bis nach Welikije Luki. Beim anschließenden Angriff auf Moskau erreichte die Division den Raum um Kalinin. Nach Beginn der russischen Winteroffensive musste sich die Division unter schweren Rückzugskämpfen über Mischutino und Mologino bis östlich von Rshew zurückziehen. Im Februar 1942 folgte die Verlegung in den Norden des Frontabschnitts südlich der Stadt an der Wolga. Hier verblieb die Division bis zur Räumung des Frontbogens von Rshew. Sie übernahm eine Hauptkampflinie nordwestlich von Duchowtschina. Die Division verblieb anschließend im Großraum Smolensk bis September 1943. Anschließend erfolgte die Verlegung zur 3. Panzerarmee bei Witebsk. Bei Beginn der russischen Sommeroffensive am 22. Juni 1944 durchbrach die Rote Armee bereits am ersten Tag die Stellungen der Division. Am 21. Juli 1944 wurde die Division nach ihrem Einsatz bei Witebsk aufgelöst. Als 256. Volks-Grenadier-Division neu aufgestellt.

 

1939

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
September       Protektorat
Dezember OKH-Reserve     Lippstadt

 

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar OKH-Reserve   Wk.Kdo. VI Lippstadt
13. Februar XXVI 18. Armee B Niederrhein, Belgien
3. Juni IX. 6. Armee B Bretagne
7. Juni XXVIII 6. Armee B Bretagne
23. Juni X z. Vfg. OKH Bretagne
2. Juli XXVIII 6. Armee A Bretagne
22. Juli IX 6. Armee A Bretagne
9. September II 6. Armee C Bretagne
November II 6. Armee D Bretagne

 

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar II 6. Armee D Bretagne
März X 4. Armee B Polen
April VI 18. Armee B Polen
Mai V 9. Armee B Suwalki
Juni XX 9. Armee Mitte Bialystok
20. Juli z. Vfg. 9. Armee Mitte Newel
27. August LVII 9. Armee Mitte Welikije Luki
Oktober XXIII 9. Armee Mitte Kalinin, Rshew

 

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXIII 9. Armee Mitte Rshew
Februar VI 9. Armee Mitte Smolensk
September XXVII 9. Armee Mitte Smolensk

 

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXVII 9. Armee Mitte Smolensk
Februar XXXXI 9. Armee Mitte Smolensk
April XXVII 4. Armee Mitte Smolensk
Oktober VI 3. Panzerarmee Mitte Witebsk
November LIII 3. Panzerarmee Mitte Witebsk
Dezember VI 3. Panzerarmee Mitte Witebsk

 

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar VI 3. Panzerarmee Mitte Witebsk

 

2. Divisionskommandeure:

1. September 1939 Generalleutnant Josef Folttmann

10.Januar 1940 Generalleutnant Gerhard Kauffmann

4. Januar 1942 Generalleutnant Friedrich Weber

14. Februar 1942 Generalleutnant Paul Dannhauser

24. November 1943 Generalleutnant Albrecht Wüstenhagen

 

3. Gliederung:

Infanterie-Regiment 456

Infanterie-Regiment 476

Infanterie-Regiment 481

Artillerie-Regiment 256

Pionier-Bataillon 256

Feldersatz-Bataillon 256

Panzerabwehr-Abteilung 256

Aufklärungs-Abteilung 256

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 256

Divisions-Nachschubführer 256

 

4. Literatur und Quellen:

Barbara Selz: Das grüne Regiment. Der Weg der 256. Infanterie-Division aus der Sicht des Regiments 481, Kehrer, Freiburg i.Br. 1970


Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 8: Die Landstreitkräfte Nr. 201-280, 2. Auflage, Osnabrück 1973


Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen, 3 Bände, Podzun-Pallas-Verlag


Schematische Kriegsgliederungen 1939 - 1945 BA/MA RH 2/348 bis RH 2/355; RH 2/356K und R 2/769
Kriegstagebücher und sonstige Unterlagen BA/MA RH 26-256/
Kriegsgliederungen der 9. Armee RH 20-9/
Kriegsgliederungen der 6. Armee RH 20-6/


Divisionsschicksale - Deutsches Rotes Kreuz - Erarbeitet vom Suchdienst des DRK München, München 1958 - 1960, Band 1 und 2