252. Infanterie-Division

 

1. Einsatz und Unterstellung:

Die 252. Infanterie-Division wurde am 26. August 1939 als Division 4. Welle aus den Ergänzungseinheiten des Wehrkreises VIII aufgestellt. Mit Beginn des Polenfeldzuges wurde die Division Heeresgruppen-Reserve der Heeresgruppe Süd und aus dem Raum Militsch der deutschen Front nachgeführt. Dabei griff sie nicht in die Kämpfe ein und erreichte schließlich Posen. Im Dezember 1939 verlegte die Division in den Westen zur Grenzsicherung am Blies-Abschnitt in der Saarpfalz. Zu Beginn des Westfeldzuges verblieb die Division in ihren Stellungen. Sie durchbrach am 14. Juni 1940 die ersten Befestigungswerke der Maginot-Linie bei Altweiler und überquerte anschließend den Rhein-Marne-Kanal. Anschließend folgte der Angriff über Badonviller in die Hochvogesen. Am 22. Juni 1940 stand die Division im Donongebiet. Bereits im Juli 1940 erfolgte die Verlegung nach Ost-Polen. Am 8. Oktober 1940 Abgabe eines Drittels der Division an die 134. Infanterie-Division. (Stab/452, III./452, III./461, III./472, II./AR 252) Die Abgaben wurden innerhalb der Division ersetzt. Ab dem 22. Juni 1941 kämpfte die Division in Rußland. Sie griff aus dem Raum Mielnik über den Bug an, marschierte über Slonim in den Raum Sluzk und ab Ende Juli zum Ptitsch. Über Bobruisk, Rogatschew, Propuisk und Kritschew marschierte die Division dann in den Raum Rosslawl. Nach einer kurzen Auffrischung folgte der Angriff auf Moskau. Über die Dessna und den Ssnopot wurde Spass-Demensk erreicht. Anschließend ging die Division bis in das Gebiet zwischen Gshatsk und Mohaisk vor, um am Ostrand des Kessels von Wjasma eingesetzt zu werden. Das Infanterie-Regiment 452 wurde am 11. November 1941 in das Infanterie-Regiment 7 eingegliedert. Die 5./IR 452 wurde geschlossen 5./IR 7. Die winterlichen Angriffskämpfe führten die Division bis Istra. Die anschließenden Rückzugskämpfe führten die Division dann zurück bis in den Raum Gshatsk. Am 25. Januar 1943 wurde das Grenadier-Regiment 472 aufgelöst und die Reste auf die verbleibenden Regimenter verteilt. Im Raum Gshatsk verblieb die Division bis Februar 1943. Dann musste sie sich bis zur Pronja zurückziehen. Anschließend folgte die Verlegung an den Loswida-See bei Gorodok und dann nach Schumilino. Im Dezember 1943 wurden die Reste des Ski-Jäger-Bataillons 1 in das Divisions-Füsilier-Bataillon 252 eingegliedert. Beim Jahreswechsel 1943 / 44 folgten schwere Abwehrkämpfe im Raum Newel. Ab dem 4. April 1944 wurde die Division neu gegliedert:
- Grenadier-Regiment 7 aus den Resten der Regimenter 7, 461 und 472
- Grenadier-Regiment 70 aus den Resten der 73. Infanterie-Division
- Grenadier-Regiment 544 aus den Resten der 389. Infanterie-Division
- Divisions-Füsilier-Bataillon 252 und Artillerie-Regiment 252 aus allen drei Divisionen.
Nach dem Beginn der russischen Sommeroffensive am 22. Juni 1944 musste sich die Division durch Litauen bis zum Narew zurückkämpfen. Das Grenadier-Regiment 472 wurde am 7. Juli 1944 neu aufgestellt.  Am 18. Oktober 1944 wurden der Division das Grenadier-Regiment 1072 und das Kampf-Marsch-Bataillon 1039 eingegliedert. Im Jahr 1945 zog sich die Division nach Westpreußen zurück und kämpfte dabei u. a. bei Gollup, bei Briesen und Graudenz und in der Tucheler Heide. Schließlich erreichte die Division Danzig. Die teilweise noch nach Bornholm abtransportierte Division geriet in der Masse bei Danzig in russische Gefangenschaft.

 

1939

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
26. August stellv. Gen.Kdo. VIII     Reichsgrenze bei Glogau
5. September z. Vfg. 8. Armee Süd Polen
Dezember XII 1. Armee C Sarpfalz

 

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XII 1. Armee C Srpfalz
Mai XXIV 1. Armee C Saarpfalz
Juli XXXXIV 18. Armee   Polen
September XXXXIV 4. Armee B Polen

 

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXXXIV 4. Armee B Polen
Mai XXXV 4. Armee B Polen
Juni XXXXIII 4. Armee Mitte Polen
Juli XIII 4. Armee Mitte Bialystok
August z. Vfg.   Mitte Mittelrußland
Oktober XXXXVI 4. Panzergruppe Mitte Wjasma
November z. Vfg. 4. Panzergruppe Mitte Moskau
Dezember IX 4. Panzergruppe Mitte Moskau

 

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar IX 4. Panzerarmee Mitte Gshatsk
Mai IX 3. Panzerarmee Mitte Gshatsk

 

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar IX 3. Panzerarmee Mitte Gshatsk
Februar IX 4. Armee Mitte Jelnja
November z. Vfg. 3. Panzerarmee Mitte Orscha
Dezember IX 3. Panzerarmee Mitte Newel

 

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar IX 3. Panzerarmee Mitte Witebsk
Juli IX 3. Panzerarmee Mitte Litauen
Oktober XX 2. Armee Mitte Narew

 

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXVII 2. Armee Mitte Narew
Februar XXIII 2. Armee Weichsel Westpreußen
April XXIII Ostpreußen   Westpreußen

 

2. Divisionskommandeure:

Generalleutnant von Boehm-Benzing, 26. August 1939 - 4. Februar 1942

Generalleutnant Schaefer, 5. Februar 1942 - 23. Januar 1943

Generalleutnant Melzer, 24. Januar 1943 - 8. Dezember 1944

Generalleutnant Drekmann, 9. Oktober 1944 - 23. März 1945

Oberst von Unold, 24. März 1945 - 8. Mai 1945

 

3. Gliederung:

252. Infanterie-Division  1939:

Infanterie-Regiment 452

Infanterie-Regiment 461

Infanterie-Regiment 472

Artillerie-Regiment 252

Pionier-Bataillon 252

Panzerabwehr-Abteilung 252

Aufklärungs-Abteilung 252

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 252

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 252

 

252. Infanterie-Division Juli 1944

Grenadier-Regiment 7

Grenadier-Regiment 461

Grenadier-Regiment 472

Divisions-Bataillon 252

Artillerie-Regiment 252

Pionier-Bataillon 252

Feldersatz-Bataillon 252

Panzerabwehr-Abteilung 252

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 252

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 252

 

4. Literatur und Quellen:

Walter Melzer: Geschichte der 252. Infanterie-Division 1939 - 1945, Podzun-Pallas-Verlag, Bad Nauheim 1960


H. Böttger/A.v. Garn/H. Kuhnert/W. Schalt: 252. Infanterie-Division 1939 - 1945. Der Weg der Division in Bildern, Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1982

 

Romuald Bergner: Schlesische Infanterie. Grenadier-Regiment 7. Das Infanterie-Regiment 7 und seine Stamm-Truppenteile in Krieg und Frieden. Eine Chronik schlesischer Infanterie 1808-1945, Pöppinghaus, Bochum 1980


Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 8: Die Landstreitkräfte Nr. 201-280, 2. Auflage, Osnabrück 1973


Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen, 3 Bände, Podzun-Pallas-Verlag


Schematische Kriegsgliederungen 1939 - 1945 BA/MA RH 2/348 bis RH 2/355; RH 2/356K und R 2/769
Kriegstagebücher und sonstige Unterlagen BA/MA RH 26-252/
Kriegsgliederungen der 1. Armee RH 20-1/
Kriegsgliederungen der 4. Armee RH 20-4/