205. Infanterie-Division

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1. Einsatz und Unterstellung:

Die 205. Infanterie-Division wurde am 1. Januar 1940 im Westen durch die Umgliederung der 14. Landwehr-Division als Division 3. Welle aufgestellt. Nach der Umgliederung lag die Division weiterhin in den Stellungen der 14. Landwehr-Division im Raum zwischen Offenburg und der Schweizer Grenze. Im Februar 1940 wurde sie abgelöst und Reserve des OKH im Schwarzwald. Bei Beginn des Westfeldzuges marschierte die Division aus dem Raum südwestlich von Trier durch Luxemburg und Belgien bis nach Laon. Während der zweiten Phase des Westfeldzuges, der "Schlacht um Frankreich", überschritt die Division die Aisne und marschierte anschließend nach Süden und Südosten. Sie überquerte westlich von Reims die Vesle, erreichte die Marne, ging westlich von Froyes über die Seine und erreichte die Loire im Raum Le Vendre. Hier verblieb die Division bis Juli 1940 als Besatzungstruppe. Am 17. Juli 1940 wurde die Division bis auf die Stämme beurlaubt und im Februar 1941 wieder einberufen. Nach der Wiedereinberufung wurde die Division zum Küstenschutz in den Abschnitt Lorient - St. Nazaire verlegt. Im Dezember 1941 gab die Division die drei Infanterie-Geschütz-Kompanien an die nach Osten verlegte 88. Infanterie-Division ab. Im Februar 1942 wurde sie dann an die Ostfront verlegt und im Raum Welish eingesetzt. Im Oktober 1942 folgte die Verlegung in den Raum Welikije-Luki. Die Division nahm an den schweren Kämpfen um die Stadt praktisch bis September 1943 teil. Nach Beginn der russischen Offensive im Raum Newel im Oktober 1943 wurde die 205. Infanterie-Division in den Raum zwischen Sabolotje und Kisseliwotschi verlegt und trat von hier aus zum Gegenangriff an. Es folgten die Kämpfe um den Kessel von Newel. Anschließend verblieb die Division in diesem Raum. Nach Beginn der russischen Sommeroffensive am 22. Juni 1944 wurde die Division eilig nach Polozk verlegt und machte von hier aus die Rückzugskämpfe entlang der Düna über Dünaburg, Sakalas und am Dünaknie südlich von Koknese mit. Im Oktober 1944 erreichte die Division Kurland, wo sie schließlich an allen sechs Kurlandschlachten teilnahm. Bei Kriegsende ging die Division in Kurland in russische Gefangenschaft.

 

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXV 7. Armee C Oberrhein
Februar z. Vfg. OKH    
Juni VI 2. Armee A Frankreich
Juli z. Vfg. 12. Armee C Frankreich
August beurlaubt      

 

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar beurlaubt      
März XXV 6. Armee D Atlantik
Mai XXV 7. Armee D Atlantik

 

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXV 7. Armee D Atlantik
Februar z. Vfg.   Mitte Witebsk
März LIX 3. Panzerarmee Mitte Welish
November XXXXI 9. Armee Mitte Welikije-Luki
Dezember VI 9. Armee Mitte Welikije-Luki

 

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar VI 9. Armee Mitte Welikije-Luki
Februar LIX 3. Panzerarmee Mitte Welikije-Luki
März z. Vfg. 3.Panzerarmee Mitte Welikije-Luki
April XXXXIII 3. Panzerarmee Mitte Welikije-Luki
Oktober XXXXIII 16. Armee Nord Newel

 

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar I 16. Armee Nord Newel
Juli II 16. Armee Nord Polozk
August XXXXIII 16. Armee Nord Dünaburg
September I 16. Armee Nord Livland
Oktober VI. SS 16. Armee Nord Kurland
November z. Vfg.   Nord Kurland
Dezember XXXVIII 16. Armee Nord Kurland

 

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXXVIII 16. Armee Nord Kurland
Februar XXXVIII 16. Armee Kurland Kurland
März L 18. Armee Kurland Kurland
April XVI 16. Armee Kurland Kurland

 

2. Divisionskommandeure:

1. Januar 1940 Generalleutnant Ernst Richter

1. März 1942 Generalleutnant Paul Seyffardt

5. November 1943 Generalmajor Ernst Michael

1. Dezember 1943 General der Artillerie Horst von Mellenthin

20. November 1944 Generalmajor Ernst Biehler

15. November 1944 Generalmajor Karl Giese

 

3. Gliederung:

205. Infanterie-Division 1940:

Infanterie-Regiment 335

Infanterie-Regiment 353

Infanterie-Regiment 358

Artillerie-Regiment 205

Pionier-Bataillon 205

Panzerabwehr-Abteilung 205

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 205

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 205

 

205. Infanterie-Division 1944:

Grenadier-Regiment 335

Grenadier-Regiment 353

Grenadier-Regiment 358

Füsilier-Bataillon 205

Artillerie-Regiment 205

Pionier-Bataillon 205

Feldersatz-Bataillon 205

Panzerabwehr-Abteilung 205

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 205

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 205

 

4. Literatur und Quellen:

Fritz Kammerer: Pilzdivision im Einsatz/205. Infanterie-Division Oberrhein-Frankreich-Rußland, Selbstverlag, Müllheim 1969


Walter Gruber/Emil Geier/Otto Wößner: Die 205. Infanterie-Division. Bildbericht vom Schicksal einer deutschen Infanterie-Division 1936 - 1945, Hrsg. vom Kameradenhilfswerk d. ehem. 205. Inf.Div. e.V., Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1981


Vom Rhein zur Loire. Erinnerungsheft einer Felddivision (= 205. Inf.Div.) - N.N., ohne Ort und ohne Jahr (1940), Selbstverlag der Div.


Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 8: Die Landstreitkräfte Nr. 201-280. 2. Auflage, Osnabrück 1973


Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen, 3 Bände, Podzun-Verlag


Schematische Kriegsgliederungen 1939 - 1945 BA/MA RH 2/348 bis RH 2/355; RH 2/356K und R 2/769
Kriegstagebücher und sonstige Unterlagen BA/MA RH 26-205/
Kriegsgliederungen der 9. Armee RH 20-9/
Kriegsgliederungen der 16. Armee RH 20-16/

 

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Kriegslazarett in Rennes 1941. Transport von Verwundeten bei Welish 1942.
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Auszeichnung von Sanitätern