1. Fallschirmjäger-Division

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1. Einsatz und Unterstellung:

Die 1. Fallschirmjäger-Division wurde am 1. Mai 1943 durch die Umbenennung und Umgliederung der 7. Flieger-Division in Frankreich aufgestellt. Hierzu wurden die verstreut an der Ostfront eingesetzten Fallschirmjäger-Verbände gesammelt und in Frankreich zur Division zusammen gestellt. Am 10. Juli 1943 wurde die Division alarmiert und per Flugzeug in den Raum Rom verlegt. Anschließend wurden Teile der Division ebenfalls im Lufttransport nach Sizilien überführt: Fallschirmjäger-Regiment 3, Fallschirmjäger-Regiment 4, MG- und Pionier-Bataillon, die I. Abteilung des Artillerie-Regiments und Teile der Panzerjäger-Abteilung. Nach schweren Kämpfen zogen sich die eingesetzten Teile der Division bis zum 17. August 1943 über die Straße von Messina auf das italienische Festland zurück. Anschließend erhielt die Division den Befehl zur Verteidigung Apuliens. Nach der alliierten Landung am Golf von Salerno am 9. September 1943 wurde die 1. Fallschirmjäger-Division in diesen Raum verlegt. Nach den turbulenten Ereignissen mit dem Regierungswechsel in Italien gelang es der deutschen Wehrmacht, eine geschlossene Front zu bilden. Mit den ausgebauten Stellungen der Gustav-Linie wurde der Vormarsch der Alliierten aufgehalten. Im Januar 1944 versuchten Amerikaner und Briten, diese Front durch die Landung bei Anzio auszuhebeln. In der darauf folgenden Schlacht bei Monte Cassino stand die Division wieder im Mittelpunkt des Kampfgeschehens. Die erste Kampfgruppe der Division traf am 10. September 1943 am Monte Cassino ein, eroberte den Calvarienberg zurück und besetzte den Klosterberg. Das Klostergelände selbst wurde erst nach dessen Zerstörung durch einen alliierten Bombenangriff am 15. Februar 1944 besetzt. Die 1. Fallschirmjäger-Division besetzte anschließend im September 1944 den Monte-Cassino-Abschnitt in der deutschen Frontlinie. Am 15. März 1944 begann die 2. Cassino-Schlacht, welche die deutsche Front ebenso wenig durchbrechen konnte, wie die am 11. Mai 1944 beginnende 3. Cassino-Schlacht. Am 17. Mai 1944 mußte die Cassino-Front schließlich nach einem französischen Durchbruch an anderer Stelle der Front geräumt werden. Bis Juni 1944 zog sich die Division in den Raum Rimini zurück, im November 1944 erreichte die Division dann den Raum Imola. Am 8. April 1945 gelang es den Alliierten, ihren Vormarsch weiter fortzusetzen. Die 1. Fallschirmjäger-Division wurde zum Fluss Po zurückgenommen und überquerte ihn als letzte Einheit. Mit den anderen deutschen Truppen erfolgte eine Rückzugsbewegung in Richtung der Alpen. Am 2. Mai erfolgte dann die Einstellung der Kampfhandlungen an der italienischen Front und zum 8. Mai die allgemeine Kapitulation Deutschlands. Außer dem Divisionsstab setzten sich die meisten Angehörigen der Division in Richtung Schweiz ab.

 

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Juni     D Süd-Frankreich
August XIV   Süd Sizilien
September XIV 10. Armee   Brindisi, Ortona
Oktober LXXVI 10. Armee   Adria-Küste

 

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Februar XIV 10. Armee   Monte Cassino
Juni XXVI 10. Armee   Adria, Rimini
November XIV 10. Armee   Imola

 

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Februar 1. Fallschirm 10. Armee   Imola

 

2. Kommandeure:

1. Mai 1943 Generalmajor Richard Heidrich

4. Januar 1944 Generalmajor H. Korte (i.V.)

18. November 1944 Generalmajor Karl-Lothar Schulz

 

3. Gliederung:

Stab

Fallschirm-Jäger-Regiment 1

Fallschirm-Jäger-Regiment 3

Fallschirm-Jäger-Regiment 4

Fallschirm-Pionier-Bataillon 1

Fallschirm-Panzer-Jäger-Abteilung 1

Fallschirm-Artillerie-Regiment 1

Fallschirm-Flak-Abteilung 1

Luftnachrichten-Abteilung der Fallschirm-Jäger-Division 1

Fallschirm-Sanitäts-Abteilung 1

Fallschirm-Feldersatz-Bataillon 1 mit Kampfschule

Feldgendarmerie-Trupp 646

Fallschirm-Aufklärungs-Kompanie 1

Versorgungseinheiten 1

 

4. Literatur und Quellen:

Haupt, Werner: Deutsche Spezial-Divisionen Gebirgsjäger, Fallschirmjäger und andere. Dörfler-Verlag 2002
Volkmar Kühn: Deutsche Fallschirmjäger im Zweiten Weltkrieg. Motorbuch-Verlag 12. Auflage 1999
James Lucas: Die Wehrmacht von 1939–1945: Zahlen, Daten, Fakten. Tosa, 2004
Georg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 2. Die Landstreitkräfte 1–5. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1973